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Altena: Edle Kutschen am Tag des offenen Denkmals auf Burg Altena

Tag des offenen Denkmals am 12. September 2010
Vortrag zu den Kutschen in der Remise der Burg Altena

Märkscher Kreis. Viele Besucher entdecken sie erst auf den zweiten Blick: die beide Kutschen, die in der Burgremise auf dem Hof der Burg Altena stehen. Neben diesen besonderen Prunkstücken der Ausstellung, den beiden Galacoupés aus dem Hause Sayn-Wittgenstein-Hohenstein, sind in dem Gebäude noch ein Jagdschlitten und ein Fahrrad aus dem 19. Jahrhundert zu sehen. Jetzt nutzen die Burgmuseen den Tag des offenen Denkmals am 12. September, um die Türen der Remise weit zu öffnen und die ausgefallenen Exponate ins rechte Licht zu rücken. Schließlich lautet das Motto des Denkmaltages „Reisen, Handel und Verkehr“.

Wie man tatsächlich damals reiste, wie man sich in einer Kutsche einrichtete, was man mitnahm – und auch, wer sich überhaupt eine Reise leisten konnte: das wird der Reiseforscher Wolfgang Griep anhand der Galakutsche und vieler schöner und schrecklicher Geschichten erzählen. Dr. Wolfgang Griep wird jeweils um 14 Uhr, 15 Uhr und 16 Uhr einen kleinen Vortrag zu den Kutschen halten.

Der Referent beschreibt das Reisen zu der damaligen Zeit: Vierzehn Stundenkilometer auf geraden, ebenen Wegen – das war für die Kutschenreisenden zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein Tempo, bei dem ihnen Hören und Sehen verging. Aber es war natürlich auch mehr als eine Verdoppelung gegenüber den Reisegeschwindigkeiten, mit denen man noch 30 Jahre vorher rechnen durfte. Und es gab Schlimmeres: den Reisenden erwarteten mit Sicherheit ungebahnte oder ausgefahrene Wege, betrunkene Fuhrknechte, betrügerische Wirte, habgierige Zöllner, Rad- und Achsenbrüche, Unfälle, tätliche Übergriffe von Obrigkeiten oder Dieben, mitunter auch Raub und Mord. Man tat damals gut daran, vor Antritt jeder Reise sein Testament zu machen. Vom unbeschwerten Wandern in die singende, klingende Welt, von der munteren Fahrt hoch auf dem gelben Wagen haben erst – wider besseres Wissen – die Romantiker ge-schwärmt.

Dr. Wolfgang Griep ist ein ausgewiesener Kenner der Geschichte des Reisens. Er war 13 Jahre lang Leiter der Forschungsstelle zur historischen Reisekultur in der Eutiner Landesbibliothek und befasst sich seit vierzig Jahren mit der Geschichte des Reisens und der Reisebeschrei-bungen.

Die Museen Burg Altena haben am 12. September wie an jedem Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist an diesem Tag für die Besucher des Vortrags frei.

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