Märkischer Kreis (pmk) – Sushila Nepal aus Kathmandu ist zurzeit als Praktikantin im Fachdienst Gesundheitsschutz und Umweltmedizin des Märkischen Kreises. Vier Wochen lang lernt sie dort das Gesundheiswesen in Deutschland kennen. Ansschließend wird sie in Bonn ihr Studium fortsetzen.

Für Sushila Nepal aus Kathmandu ist es eine fremde Welt. Die 23-jährige Studentin aus der nepalesischen Hauptstadt ist zurzeit als Praktikantin im Fachdienst Gesundheitsschutz und Umweltmedizin des Märkischen Kreises. In dieser neuen Welt hat sie sich überraschend schnell zurechtgefunden. Nach nur sechs Monaten in Deutschland spricht Sushila Nepal schon gut Deutsch.

Beim Kreis lernt die Studentin viele Facetten des öffentlichen Gesundheitswesens kennen – soweit dies in ihrem vierwöchigen Praktikum möglich ist. „Ich habe in Kathmandu drei Jahre lang studiert. Jetzt möchte ich in Deutschland weiter studieren“, erzählt die zierliche junge Frau. Daheim hat sie ihre Eltern, zwei Brüder und eine Schwester. Für ihre Zeit in Deutschland hat die 23-Jährige klare Ziele. „Ab September studiere ich in Bonn Mikrobiologie, einen Studienplatz habe ich schon. Danach möchte ich in Hamburg oder Heidelberg meinen Master machen“, sagt Sushila Nepal.

Aber wieso gerade Deutschland und weshalb der Märkische Kreis? „Ich habe seit 14 Jahren Kontakt zu einer Familie in Menden, die hat mich immer sehr unterstützt. Dort wohne ich jetzt auch. Deshalb ist es toll, dass ich mein Praktikum beim Märkischen Kreis machen kann“. Nach Deutschland, in ihre Gastfamilie, kam Sushila als Au-Pair-Mädchen.

Und ihre ersten Eindrücke? „Deutschland ist ein tolles Land. Das kann man mit Nepal nicht vergleichen“, sieht man der jungen Frau ihre Begeisterung an den strahlenden dunklen Augen an. Dabei hat ihre Heimat auch viel zu bieten. Kathmandu mit seinen knapp eine Million Einwohnern ist zumeist die erste Station der Himalaya-Expeditionen in Nepal. Nachholbedarf gibt es aber beim öffentlichen Gesundheitswesen. „Nepal hat 520 Millionen Einwohner. Es gibt dort aber beispielsweise keine Seniorenheime. Die Kinder müssen sich um ihre Eltern kümmern.“ Unter anderem auch deshalb ist Sushilas Lebenstraum: „die Ausbildung in Deutschland abschließen und dann in Nepal ein Senioren- und Pflegeheim eröffnen.“

In den wenigen Tagen ihres Praktikums hat die 23-Jährige beim Fachdienst Gesundheitsschutz und Umweltmedizin viel erlebt. „Sie hat unsere Hygiene-Fachkräfte bei deren Kontrollen begleitet, war bei der Beprobung der EU-Wasserstellen, unter anderem an der Listertalsperre, dabei, lernte die Aids-Prävention kennen, weiß jetzt was Pandemieplanung ist und war hat eine Routine-Begehung im Klinikum Lüdenscheid miterlebt“, listet Fachdienstleiterin Magdalena Knipp nur einiges auf. „Das ist ein tolles Krankenhaus“, ist Sushila Nepal von dem 900-Betten-Hospital des Kreises begeistert.

Sushila Nepal und Fachdienstleiterin Magdalena Knipp. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Sushila Nepal und Fachdienstleiterin Magdalena Knipp. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Die Probleme im öffentlichen Gesundheitswesen in Nepal sind viel gegenwärtiger als in Deutschland. „Tuberkulose ist ein großes Thema“, so Magdalena Knipp. „Und die Vogelgrippe; die Menschen leben in den Dörfern mit ihren Tieren unter einem Dach“, ergänzt Sushila Nepal. Für Fachdienstleiterin und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist es nichts Besonderes, eine so weitgereiste Praktikantin zu haben. „Zum Stammpersonal gehören einen Gesundheitsingenieur aus Kamerun und eine Hygiene-Kontrolleurin aus der Türkei. Integration wird bei uns umgesetzt“.

Wann immer es möglich ist, dürfen auch Praktikanten aus fernen Ländern gerne hinter die Kulissen des Fachdienstes schauen. „Wir lernen viel über die Lebensumstände in deren Herkunftsländern. Es ist für uns immer auch eine kulturelle Bereicherung. Das bringt uns weiter“, so die Fachdienstleiterin. Sie freut sich darüber, dass alle Mitarbeiterinen und Mitarbeiter ihres Fachdienstes das ebenso sehen und sich sehr engagieren.

Für Sushila Nepal geht ihr Praktikum in wenigen Tagen zu Ende. Es waren vier Wochen, in denen sie viel gelernt hat. Das gilt aber auch für ihre „Kolleginnen und Kollegen“ beim Märkischen Kreis.

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