MKSoziales und Bildung

Eine Lösung: Gesundheitszentren

Ausschuss befasst sich mit medizinischer Versorgung

Märkischer Kreis (pmk) – Die medizinische Versorgung im Märkischen Kreis und deren dauerhafte Sicherstellung war erneut Thema im Ausschuss für Gesundheit und Soziales.

„Es wird nötig sein, sich in den nächsten Wochen in den Ausschüssen und im Kreistag mit dem Thema Flüchtlinge zu beschäftigen.“ Vorsitzender Ulrich Duffe (SPD) fasste die voran gegangene Debatte im Ausschuss für Gesundheit und Soziales des Märkischen Kreises zusammen. Zuvor hatte Volker Schmidt, Fachbereichsleiter Gesundheit und Soziales, die Bitte der Sozialdemokraten erfüllt und die Zuständigkeiten des Kreises dargelegt. Die gesundheitliche Versorgung von Flüchtlingen sei vom Land NRW bereits im Oktober 2014 geregelt worden. Dabei gehe es in erster Linie um die Erstuntersuchungen. Diese Aufgabe werde durch niedergelassene Ärzte oder Krankenhäuser durchgeführt. Schmidt: „Die machen das ganz gerne, dafür gibt es Honorar.“ Der Kreis helfe den Städten und Gemeinden mit seinen Kontakten zu den Netzwerken der niedergelassenen Mediziner und habe entsprechende Informationen bereitgestellt. Eine weitere Aufgabe sei die Hygieneüberwachung der Einrichtungen sowie die Schuleingangsuntersuchungen für Asylantenkinder.

Einen Fachkräftemangel bei den Medizinern und einen „noch viel größeren“ in der Pflege sieht Prof. Dr. Kerstin Hämel von der Universität Bielefeld nicht nur auf den Märkischen Kreis zukommen. Deshalb plädierte sie im Ausschuss für „lokale Gesundheitszentren“, in denen Ärzte, Pflegende, Sozialarbeiter, Pharmazeuten, Therapeuten, Gesundheitsberater, Geriater und Psychiater „teamorientiert arbeiten“. In Balve gebe es mit dem Gesundheitscampus bereits ein gutes Beispiel, so Prof. Dr. Kerstin Hämel. Die Medizinstipendien des Kreises seien auch ein weiteres Mosaiksteinchen. Ziel müsse es sein, „die Versorgung von der Wiege bis zur Bahre“ quasi aus einer Hand anzubieten. Sie forderte mehr Ausbildungskapazitäten und mehr Studienplätze, vor allem aber „attraktive Beschäftigungsmodelle“. Es sei nämlich nicht nur eine Frage der Vergütung, ob sich Ärzte in einer Region niederlassen.

Der Kreis ist für die Schuleingangsuntersuchung zuständig (Foto: Raffi Derian/Märkischer Kreis).
Der Kreis ist für die Schuleingangsuntersuchung zuständig (Foto: Raffi Derian/Märkischer Kreis).

Das Thema „Gesundheitsversorgung“ im Märkischen Kreis hatten CDU und SPD in einem Gemeinsamen Antrag sowie die Fraktion „Die Linke“ mit ihrem Vorstoß auf die Tagesordnung setzen lassen. Die Möglichkeiten des Kreises seien begrenzt, so der Fachbereichsleiter Volker Schmidt. Über eine beratende Rolle für die Städte und Gemeinden komme man nicht hinaus. Für weitergehende, aktive Unterstützung fehle schlichtweg das Personal. Die Ausschussmitglieder regten einen „Runden Tisch Gesundheit“ mit den Städten und Gemeinden sowie Akteuren aus Medizin und Pflege an.

Zurückgegangen ist die Zahl der Drogentoten im Kreis – von zehn im Jahr 2010 auf vier im vergangenen Jahr. Das teilte Volker Schmidt auf Anfrage der Linken mit. Angestiegen, von 1.255 im Jahr 2010 auf 1.598 im letzten Jahr, seien dagegen die gemeldeten Delikte mit Drogenbezug. Diese Statistik führe die Kreispolizeibehörde. Auffällig dabei sei, dass der südliche Kreis stärker betroffen sei als der nördliche. „Uns fehlt hier so etwas wie die >>Werkstatt im Hinterhof<< in Iserlohn.“ Dort würden ca. 80 Klienten von einer Ärztin substituiert.

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