Hagen – „Gebaut für die Ewigkeit“, wie NRW-Verkehrsminister Michael Groschek Mittwochnachmittag referierte. „Jetzt sieht man, wie kurz die Ewigkeit ist.“ Nicht einmal ein halbes Jahrhundert sind seit dem Bau der „Königin der Autobahn“ vergangen. Aber die Brücken sind schon marode.

105-Millionen-Euro-Projekt

Unter der Lennetalbrücke gaben Groschek und Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, den Startschuss für den Neubau der Lennetalbrücke. In den nächsten fünf Jahren soll die 1.000 Meter lange Brücke durch einen Neubau ersetzt werden. „Es wird eine schöne Brücke werden“, versprach Winfried Pudenz, Chef des Landesbetriebs Straßen NRW.

Auf die Fachleute von Straßen NRW und die bauausführenden Firmen wartet eine Herausforderung. Neben der bestehenden wird in Stahl und Beton eine neue Brücke gebaut. Die wird dann auf voller Länge über etwa 50 Meter quer verschoben. Eine technische Herausforderung, die es nach Angaben der Fachleute so in Deutschland noch nicht gegeben hat.

Zum Baubeginn zeigte eine Animation, wie die neue Brücke aussehen soll (Foto: Rüdiger Kahlke).

Zum Baubeginn zeigte eine Animation, wie die neue Brücke aussehen soll (Foto: Rüdiger Kahlke).

Mehr Mittel für Verkehrswege nötig

Binnen kurzer Zeit sei das Bauwerk geplant worden. Groschek geht davon aus, dass auch zügig gebaut wird. Rund 105 Millionen Euro investieren Bund und Land allein an dieser Baustelle. Groschek und Staatssekretär Bomba machten deutlich, dass die Mittel für den Erhalt der Verkehrsinfrastruktur deutlich erhöht werden müssten. Sie sollen in den nächsten Jahren von 300 Millionen auf eine Milliarde Euro pro Jahr steigen.

Nach der Lennetalbrücke warten allein auf der A 45 noch 38 weitere Brücken auf eine Sanierung. Groschek sprach vom „Prinzip Hoffnung“, dass der Neubau so zügig erfolgen möge, dass die neue Brücke fertig ist, solange die alte noch hält.

A 45 auf Jahre hinaus Baustelle

Durch die spezielle Bauweise soll es nicht zu zusätzlichen Staus im Bereich der Lennetalbrücke kommen. Während der gesamten Bauzeit sollen fünf Fahrspuren zur Verfügung stehen. Die neue Brücke ist bereits für einen sechsstreifigen Ausbau geplant. Transparente Lärmschutzwände und ein leiser Asphalt sollen dafür sorgen, dass die Anlieger hinsichtlich des Geräuschpegels  entlastet werden und so ebenfalls vom Neubau profitieren.

Autofahrer auf der A 45 müssen sich derweil darauf einstellen, dass sie auf Jahre hinaus mit Brücken-Baustellen leben müssen. Die Lennetalbrücke ist nur der Auftakt für das Sanierungsprogramm zur Sicherung der Verkehrsinfrastruktur.

Staatssekretär Rainer Bomba (li.) und NRW-Verkehrsminsiter Michael Groschek enthüllten die Tafel für den Brückenneubau (Foto: Rüdiger Kahlke).

Staatssekretär Rainer Bomba (li.) und NRW-Verkehrsminsiter Michael Groschek enthüllten die Tafel für den Brückenneubau (Foto: Rüdiger Kahlke).

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