Menden – Im Rahmen des Projekts „Globales Lernen“, das von der Volkshochschule Menden-Hemer-Balve an der Gesamtschule Menden durchgeführt wurde, hatten die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, mit Masha, einer 16-jährigen Schülerin aus dem Iran zu skypen. Bei der Videokonferenz tauschten sich die beiden Länder vor allem über die Schulsysteme aus.

Dabei stellte sich heraus, dass im Iran die Bildung einen sehr hohen Stellenwert genießt. Das Schulsystem ähnelt dem in Deutschland und auch dort haben die Jugendlichen die Möglichkeit, entsprechend ihrer Neigung unterschiedliche Schwerpunkte zu setzen. Zwischen den Lehrern und Schülern besteht ein eher ernsthaftes und respektvolles Verhältnis.

Quelle: VHS Menden-Hemer-Balve

Quelle: VHS Menden-Hemer-Balve

Strafen gibt es wie auch in Deutschland nicht. Man versucht eher, in Kooperation mit den Eltern und Klassenkameraden Probleme zu lösen und Schüler zu motivieren. Das ist bei einer durchschnittlichen Schülerzahl von 15-20 Schülern pro Klasse auch bedeutend besser möglich. Die Freizeit ist im Iran häufig von zusätzlichem Lernen bestimmt.

Sprachen und Robotik sind dabei die wichtigsten Bereiche. Aber natürlich ist auch der Zeitvertreib mit Freunden wichtig. Irritiert von der schwarzen Verschleierung von Masha waren die Schüler aus Deutschland natürlich interessiert, ob das nicht im heißen Iran ungemütlich sei. Masha erläuterte, dass nicht alle Mädchen sich so kleiden würden und die Kleidung auch in einem engen Zusammenhang zur Religiosität stünde. Aber es sei auch eine Kleidung der Öffentlichkeit. Zu Hause und bei Freunden sind leuchtende Farben der Kleidung dominierend und im Schwimmbad würden die Mädchen auch keine andere Kleidung tragen, als in Deutschland, mit dem einzigen Unterschied, dass es im Iran spezielle Schwimmbäder für Männer und Frauen gibt. Soziale Medien existieren natürlich auch im Iran. Sie werden jedoch nicht so gerne gesehen, da sie als Zeitverschwendung gelten und die Kinder vom Lernen abhalten. Die Nutzung von Smartphones ist auch im Iran während der Schule verboten. Trotz dem sehr unterschiedlichen Äußeren von Masha und den Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule war das Interesse an der jeweils anderen Kultur sehr groß. Das Projekt wird den Kontakt zu Masha halten und die Kontakte und den Austausch weiter fördern.

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Despina Tagkalidou
Despina Tagkalidou
Despina Tagkalidou veröffentlichte diesen Artikel auf Südwestfalen Nachrichten. Sie ist in der Lüdenscheider Redaktion unter 02351-9749710 und per Mail unter redaktion@suedwestfalen-nachrichten.de erreichbar.

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Kommentare

  1. don
    22. Juni 2016 um 15:01 Uhr

    Strafen gibt es nicht im iranischen Bildungssystem? Darf ich mal laut lachen? Gerade wurden 7 Studenten der Uni Sistan Beluchistan wegen eines “westlichen Tanzes” auf einem Kulturfest 1-2 Semester suspendiert. Letztes Jahr wurde eine Studentin in Isfahan wegen “unislamischer Kleidung” nieder gestochen. In jeder Uni sitzt ein von der Regierung ernanntes “Disziplinarkommitee”, welches die Einhaltung radikalislamischer Regeln überprüft. Die Unis wimmeln vor Überwachungskameras und Frauen werden von zahlreichen Bildungsgängen ausgeschlossen.

    Es dürfte in den regulären Schulen kaum anders sein. Diese “Kulturaustausche” werden mit Vertretern des Regimes gemacht, eines Regimes, das Tausende Menschen hinrichtete unter Rohani. Rohani selbst befahl die Niederschlagung der Studentenproteste 1999 im Iran.

    Für das Lakaientum der Konzerne und dem Beschwichtigungsirrsinn der Bunderregierung wird wirklich alles geopfert. Traurig. Die Schulen sollten mit dem iranischen Widerstand skypen und überlegen, wie man einen demokratischen und freien Iran schafft, wo später freie Völker mit freien Menschen Wirtschaft und echten Kulturaustausch betreiben können.

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