Preisunterschiede: Wie entstehen die Zahnarztkosten?

Beim Vergleich mehrerer Zahnarztleistungen in verschiedenen Zahnarztpraxen stellt sich heraus, dass die Kosten variieren. Patienten müssen vor der zahnärztlichen Behandlung einen Kostenvoranschlag beim Zahnarzt anfragen, um herauszufinden, welche Leistungen wie viel kosten. Bestimmte Kosten sind vom Patienten allein zu tragen, insbesondere privatärztliche Behandlungsmethoden.

BEMA und GOZ

In Deutschland gibt es zwei Gebührenverordnungen für Zahnärzte. BEMA ermittelt den Bemessungswert für Zahnbehandlungen, der jeweils über die gesetzliche Gesundheitskasse abgerechnet wird. GOZ ist die Gebührenverordnung für die privatärztlichen Behandlungen. Wer als Kassenpatient eine zahnmedizinische Behandlung durchführen lässt, muss vorher prüfen, welche Leistungen von der Gesundheitskasse übernommen oder bezuschusst werden. Der Gebührenkatalog lässt keine wesentlichen Schwankungen bei der Berechnung der zahnärztlichen Leistung zu. Für Material und der Arztleistungen gibt es Obergrenzen. Darüber hinaus darf eine Gesundheitskasse keine Leistungen gegenüber dem behandelnden Zahnarzt erbringen.

Ist ein Patient damit unzufrieden, darf er die Leistungen erhöhen, muss aber die Differenz selbst übernehmen. Dazu ein einfaches Beispiel: Übernimmt die eigene Gesundheitskasse nur eine Komposit- statt einer Keramikfüllung, um das Loch im Zahn zu schließen, muss der Patient das keinesfalls akzeptieren. Aus seiner eigenen Tasche darf jeder Patient eine höhere Leistung bezahlen, erhält aber von der Gesundheitskasse durch BEMA nur den Anteil übernommen, der gelistet ist, also die Kompositfüllung.

Privatbehandlung führt zu hohen Kosten

Privatpatienten, die über eine private Kasse versichert sind, erhalten die Gebührenabrechnung nach GOZ. Die Ärzte sind berechtigt, die Kosten für alle Einzelposten bezüglich der erbrachten Behandlungsleistung und Material nach der Verordnung in Rechnung zu stellen. Außerdem dürfen sie bei besonders schweren und aufwendigen Behandlungen einzelne Posten um den Faktor 1,5 bis 3,0 erhöhen. Kassenpatienten, die sich privat behandeln lassen, erhalten ebenso die Rechnung nach GOZ.

Immer wieder wird festgestellt, dass je nach Zahnarztpraxis unterschiedliche Kosten für eine professionelle Zahnreinigung anfallen. Die einfache Zahnreinigung beinhaltet nach BEMA das Säubern der Zähne. Die hochwertige Zahnreinigung mit dem Entfernen der Zahnverfärbungen und Reinigung der Zahnzwischenräume kostet mehr. Hochwertige Arztleistungen sind immer teurer und sind vom Patienten zu bezuschussen oder vollständig zu zahlen.

Kosten für das Labor

Gesetzlich Versicherte können zusätzlich zur Kasse gebeten werden. In der BEMA sind keine Laborkosten enthalten und die Laboruntersuchungen fallen abhängig von der Behandlung oft an. Sie sind vom Patienten in voller Höhe zu erstatten. Obwohl die Kosten für Laboruntersuchungen gedeckelt sind, stellen sie eine enorme finanzielle Belastung für Patienten dar. Patienten müssen ihren Zahnarzt vorher fragen, wozu die jeweilige Laboruntersuchung dient und welche Kosten dafür berechnet werden.

Bei Kassenpatienten, die gesetzlich versichert sind, kommen die Laborkosten zu dem Eigenanteil für die Behandlung und Materialkosten hinzu. Weil Zahnärzte oft eine Kooperation mit einem Labor vereinbaren, gibt es keine Möglichkeit, die Laboruntersuchungen durch ein günstigeres Labor durchführen zu lassen. Außerdem gilt zu bedenken, dass die gesetzlichen Gesundheitskassen die Übernahme von Zahnarztkosten vom Behandlungserfolg abhängig machen. Wer die Behandlung nicht wie erforderlich akzeptiert, der muss mit einem höheren Eigenanteil rechnen.

Für Privatversicherte sind die Laborkosten ebenso interessant, wenngleich die meisten Privatversicherungen die Laboruntersuchungen in der Versicherungspolice decken. Allerdings kann ein Eigenanteil fällig werden, wenn der Höchstsatz, der in der Versicherungspolice vereinbart ist, überschritten wird. Gesetzlich Versicherte sollten zusätzlich eine private Zahnversicherung abschließen, um den Eigenanteil der Behandlungskosten zu senken. Besonders mit zunehmendem Alter werden die Zahnarztbesuche und Behandlungen zunehmen. Implantate und Brücken haben ihren Preis und wer mit einer geringen Rente auskommen muss, profitiert im Alter von der zahnärztlichen Zusatzversicherung.

 

 

Veröffentlicht von:

Sven Oliver Rüsche
Sven Oliver Rüsche ist parteilos und Herausgeber der Südwestfalen-Nachrichten und schreibt über Vereine, Menschen, Tourismus und die Wirtschaft. Er ist als Journalist Mitglied im DPV Deutscher Presse Verband - Verband für Journalisten e.V. / Mitgliedsnummer: DE-537932-001 / Int. Press-Card: 613159-537932-002. Er ist erreichbar unter: redaktion@suedwestfalen-nachrichten.de
Die mobile Version verlassen