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Projekt „Endlich ein Zuhause“ startet

Siegen – Wohnungslosigkeit kann jeden treffen – denn die Gründe für Obdachlosigkeit oder drohende Wohnungslosigkeit sind sehr vielschichtig. Zum Beispiel können psychische Probleme, (Sucht-)Erkrankungen oder äußere Umstände einen Jobverlust nach sich ziehen, was unter Umständen dann dazu führt, dass die Miete nicht mehr gezahlt werden kann. In Siegen-Wittgenstein sind auch immer mehr junge Menschen von Wohnungslosigkeit betroffen. Um von Wohnungslosigkeit bedrohte oder bereits betroffene Personen zu unterstützen, startet im Kreis Siegen-Wittgenstein ab September 2022 das Projekt „Endlich ein Zuhause“.

Der Caritasverband Siegen-Wittgenstein e.V., die Diakonie Soziale Dienste gGmbH und die Alternative Lebensräume GmbH setzen das Projekt in einem Trägerverbund um. Der Kreis agiert dabei als Zuwendungsempfänger, der die Fördermittel des Landes NRW und des Europäischen Sozialfonds an die Träger der Wohnungslosenhilfe weiterleitet. „Die Bekämpfung von Wohnungslosigkeit ist eine wichtige Aufgabe, die zunehmend umfangreicher und komplexer wird. Eine branchen- und behördenübergreifende Zusammenarbeit ist essenziell, um allen Menschen, unabhängig ihrer aktuellen Lebenssituation, Teilhabe zu ermöglichen“, betont Landrat Andreas Müller.

Die einzelnen Projektträger profitieren von ihren unterschiedlichen Erfahrungen, Angeboten und Tätigkeitsschwerpunkten und bauen ein gemeinsames Netzwerk zur Unterstützung der betroffenen Menschen im Kreisgebiet auf – auch weitere Kooperationspartner wie das Jobcenter, die Ordnungs- und Sozialämter der Kommunen, die Fachstelle für Wohnungsnotfälle der Stadt Siegen, der Sozialpsychiatrische Dienst und Fachkräfte aus der Immobilienbranche werden eingebunden.

Die Aufgabenbereiche innerhalb des Projektes verteilen sich auf drei Schwerpunkte: Beratung, Wohnraumsicherung und Wohnraumakquise. „Wir sehen uns vor allem als Vermittler zwischen den Wohnungssuchenden, also den potentiellen Mietern, und den Vermietern“, erklärt Alexander Rode, Projektmitarbeiter der Alternative Lebensräume: „Es ist wichtig, mögliche Unsicherheiten auf beiden Seiten abzubauen und für die Notsituation der Betroffenen zu sensibilisieren.“ Bei der Wohnraumakquise und -sicherung wird die Diakonie hauptsächlich für das Wittgensteiner Land, die Alternative Lebensräume für das Siegerland zuständig sein. „Im ländlichen Raum bringt die Wohnungslosigkeit ganz andere Herausforderungen mit sich, als in der Stadt“, erklärt Achim Krugmann, Geschäftsbereichsleiter der Eingliederungshilfe der Diakonie. „Unsere Aufgabe im ländlichen Raum wird es vor allem sein, private Vermieter zu gewinnen, die zum Beispiel Wohnraum in Einfamilienhäusern zur Verfügung stellen können.“

Damit die betroffenen Personen möglichst unkompliziert mit den für sie passenden Hilfsangeboten in Kontakt kommen können, bietet der Caritasverband aufsuchende Beratungen an. „Ein Bulli, das sogenannte ‚CaritasMobil‘, steht für die Beratung vor Ort in den einzelnen Stadtteilen bereit“, erklärt Iris Dittmann, Fachbereichsleitung der Beratenden Dienste im Caritasverband Siegen-Wittgenstein.

Um auch gezielt die Öffentlichkeit über das Projekt „Endlich ein Zuhause“ zu informieren, sind die Projektträger Caritas, Alternative Lebensräume und Diakonie am Mittwoch, 14. September 2022, jeweils mit einem Infostand auf dem Wochenmarkt in Bad Laasphe und in der Siegener Innenstadt und am Donnerstag, 15. September 2022, auf dem Wochenmarkt in Kreuztal vertreten.

Alle weiteren Infos zu dem Projekt gibt es außerdem online.

Das Projekt „Endlich ein Zuhause“ wird mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Sozialfonds / REACT-EU als Teil der Reaktion der Union auf die COVID-19-Pandemie umgesetzt und ist Teil der NRW-Landesinitiative gegen Wohnungslosigkeit.

Quelle: Kreis Siegen-Wittgenstein

Veröffentlicht von:

Amei Schüttler
Amei Schüttler
Amei Schüttler ist Redakteurin bei den Südwestfalen-Nachrichten. Sie sitzt in unserer Zentralredaktion und ist unter Mail: [email protected] für unsere Leser erreichbar.

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