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Viele neue Eindrücke bei Pflegepraktikum für Landtagsabgeordneten Jens Kamieth

Siegen-Wittgenstein, den 18.04.2013

Ein Pflegepraktikum hat Landtagsabgeordneter und Siegen stellv. Bürgermeister Jens Kamieth heute beim häuslichen Pflegedienst des DRK-Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein geleistet.

„Nachdem mich das DRK angesprochen hatte, ob ich mir ein Bild über den Arbeitsalltag einer Pflegekraft im häuslichen Pflegedienst machen möchte, habe ich heute spontan Schwester Christine Renard auf Ihrer Tour zu den Patienten begleitet“, berichtet Jens Kamieth.

Foto: Vl. DRK-Schwester Christine Renard der Sozialstation Siegen erhält Hilfe von Jens Kamieth, um den Patienten Dieter Jäckel nach seiner Grund- und Behandlungspflege in seinen Spezialrollstuhl zu setzen
Foto: Vl. DRK-Schwester Christine Renard der Sozialstation Siegen erhält Hilfe von Jens Kamieth, um den Patienten Dieter Jäckel nach seiner Grund- und Behandlungspflege in seinen Spezialrollstuhl zu setzen

Jens Kamieth besuchte mit Schwester Renard ab dem frühen Morgen verschiedene Patienten und unterhielt sich dabei mit den Angehörigen sowie wenn möglich mit den Patienten. Dabei wurde sich durchweg positiv dazu geäußert, dass ein Politiker sich einmal vor Ort informiert, welches die Probleme der Pflegekräfte aber auch der Patienten sind. Mich hat besonders beeindruckt, dass Herr Kamieth so „volksnah“ ist und sich alles hat erklären lassen, ohne die Arbeit zu beinträchtigen. Im Gegenteil, er hat sogar mit sehr gut mit angepackt und bei der Versorgung der Patienten geholfen. Einer Patientin hat er sogar eigenständig die Kompressionsstrümpfe angezogen. Das fand ich prima“ freut sich Schwester Christine Renard.

In Achenbach kam Stephanie Vor, Abteilungsleiterin für die Sozialstationen zu einem Patienten hinzu. Sie nutzte die Gelegenheit um Jens Kamieth einen Überblick über den gesamten Pflegedienst wie auch Details zur Prüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK), Dokumentationspflichten und die Zeitknappheit bei jedem einzelnen Patienten zu erläutern. „In den vergangenen zehn Jahren seien die Kosten der Sozialstationen um 20 Prozent gestiegen. Ursächlich sind beispielsweise höhere Preise für Benzin und Energie. Aber auch die tarifgebundenen Personalkosten steigen. Im gleichen Zeitraum erhöhten die Krankenkassen die Vergütungen um lediglich sieben Prozent. Die erbrachten Leistungen werden also nicht kostendeckend bezahlt. Zugleich steige jedoch der Anspruch an die Qualität der Pflege. Dabei ist hochwertige Pflege jedoch für wenig Geld nicht möglich“, sagt Stephanie Vor.

„Für mich war es ein bewegender Tag mit vielen neuen Eindrücken und Informationen aus erster Hand. Ich bewundere Menschen wie Christine Renard, die in Ihrem Beruf täglich mit psychischer und physischer Höchstleistung ausüben und dabei so viel Wärme und Freude ausstrahlen können. Pflege muss viel mehr sein, als nur die Verordnung von Leistungen. Pflege muss menschlich sein. Ich habe großes Verständnis für die aktuelle Aktion „Hilfe! Mehr Zeit für Pflege“ und sehe großen Bedarf, dass man zum Thema Vergütung und mehr Zeit in Verhandlungen geht. Ich werde mich am Samstag bei der Kundgebung ab 14 Uhr auf dem Siegener Kornmarkt der Diskussion um mehr Zeit in der Pflege stellen. Mir fällt es auf jeden Fall nun leichter nah aus der Praxis zu berichten und Zusammenhänge noch besser zu verstehen“, sagt Jens Kamieth zum Abschluss seines Praktikums.

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