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Job of my life in der Baubranche

Kreuztal – Startschuss in Siegen-Wittgenstein für einen Job in Deutschland: Sieben junge Spanier sind seit Anfang Juni in Siegen-Wittgenstein, um sich im Rahmen von Praktika auf eine Ausbildung in der Baubranche vorzubereiten. Dahinter steckt das Projekt „Job of my life“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und der heimischen Agentur für Arbeit, das spanischen Jugendlichen eine Ausbildung in Deutschland ermöglichen soll. Mit an Bord sind drei Betriebe der Braubranche aus Siegen-Wittgenstein: OTTO QUAST, Falkenhahn und Hundhausen.

„Es wird immer schwieriger, die richtigen Auszubildenden zu finden“, berichtet Michael Behr, Personalleiter bei OTTO QUAST. Die Gründe für den Mangel sind vielfältig. „Häufig geht es darum, dass die Vorstellungen von Betrieben und Auszubildenden nicht zueinander passen“, erläutert Thomas Krämer, Geschäftsführer bei Hundhausen. Auch das allgemeine Interesse an einem Ausbildungsplatz in der Bauwirtschaft sei in den letzten Jahren spürbar gesunken. „Vor wenigen Jahren haben wir noch 30 richtig gute Bewerbungen bekommen, heute freuen wir uns über eine gute Hand voll“, fasst Thomas Bender von Falkenhahn die Entwicklung zusammen.

Das Problem: Der Bedarf an Fachkräften wächst auch in der Baubranche. Arbeitsabläufe werden komplexer, ältere Kollegen gehen in Rente. Allein in den nächsten fünf Jahren gehen fast 11.500 Personen – das sind 10,7 Prozent der heute Beschäftigten – in Siegen-Wittgenstein in den Ruhestand. Vorausgesetzt, alle Personen machen von den Regelungen der Rente mit 63 Gebrauch. Der Bedarf nach gut ausgebildeten Fachkräften ist also groß.

„Wir wollen mit ,job of my life‘ einen weiteren Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Region leisten“, erläutert Dr. Bettina Wolf, Leiterin der Agentur für Arbeit Siegen. Den spanischen Jugendlichen bietet Job of my life die Chance, die auch in Spanien hoch angesehene deutsche Berufsausbildung zu absolvieren. Gleichzeitig bietet die Ausbildung in Siegen-Wittgenstein eine zusätzliche Perspektive zu einem Job in Spanien, wo die Jugendarbeitslosigkeit derzeit bei 55,4 Prozent liegt.

Die sieben 21- bis 30-jährigen Spanier kommen alle aus Madrid und freuen sich über die mögliche Perspektive in Siegen-Wittgenstein. In einem Praktikum lernen sie nun seit Anfang Juni ihre potenziellen Arbeitgeber kennen. Nach den Praktika entscheiden sowohl Ausbildungsbetrieb als auch Praktikant, ob es mit einer Ausbildung weitergehen soll.
Besonders beeindruckt sind alle Beteiligten von der hohen Motivation der jungen Spanier: „Es ist nicht selbstverständlich, in der Heimat alles hinter sich zu lassen. Wir sind uns sicher, dass von der gemeinsamen Ausbildung nicht nur sie, sondern auch unsere Siegerländer Azubis profitieren werden.“

Quelle: Agentur für Arbeit Siegen
Quelle: Agentur für Arbeit Siegen

Die Agentur für Arbeit unterstützt die Jugendlichen in ihrer Zeit in Deutschland bei der Unterkunft und einem Zuschuss zur Ausbildungsvergütung. Zuvor wurde in Spanien bereits ein Deutschkurs finanziert, der in Siegen fortgesetzt wird.

In der Zeit des Aufenthalts in Deutschland kümmert sich das Aus- und Weiterbildungszentrum Bau (AWZ Bau) in Kreuztal um die Jugendlichen, stellt ihnen mit Sascha Erlebach einen Sozialpädagogen als Ansprechpartner zur Seite. Denn eines, so finden Dr. Bettina Wolf und Horst Grübener, Geschäftsführer des AWZ Bau, ist ganz wichtig für das Gelingen des Projektes: „Die Region muss alles dafür tun, damit sich die junge Menschen zu Hause fühlen.“

Dazu wollen die zukünftigen Kollegen bei den Betrieben einen Beitrag leisten und die potenziellen Auszubildenden in ihre Familien aufnehmen und ihnen ein Zimmer zur Verfügung stellen. Grundsätzlich wird aber noch nach einer passenden Wohnung in Siegen gesucht, in der die spanischen Auszubildenden in einer Wohngemeinschaft leben können.

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