KKH: Richtiges Lüften vor allem auch im Winter entscheidend

Hagen – Während wir uns im Frühjahr und Sommer so oft wie möglich draußen aufhalten, machen wir es uns in der dunklen Jahreszeit gern in den eigenen vier Wänden gemütlich. Doch Vorsicht! Ist das Raumklima nicht gut, kann das der Gesundheit schaden. Ursacheherd können Schimmelpilze sein, die vor allem für Asthmatiker zur akuten Gefahr werden können, indem sie beispielsweise Anfälle auslösen.

Schimmelpilzsporen zählen ‒ neben Hausstaubmilben und Tierhaaren ‒ zu den häufigsten Allergenen in Wohnungen und Häusern. „Der Mensch nimmt sie über die Atemwege auf“, erklärt Thomas Seidel vom KKH-Serviceteam in Hagen. „Treten Symptome wie Atemnot, Husten, Schnupfen, Hautreizungen oder auch Kopfschmerzen auf, kommt man oftmals nicht darauf, dass es sich um allergische Reaktionen des Körpers auf Schimmel in der Wohnung handelt.“ Neben Allergien kann Schimmel Entzündungen und ‒ besonders bei immungeschwächten Menschen ‒ auch Infektionen verursachen. „Schimmelbefall in der Wohnung sollte daher nicht auf die leichte Schulter genommen werden“, so Seidel.

Schimmelpilze wachsen beispielsweise auf Holz, Tapeten, Teppichböden, Leder oder auch Blumenerde in feuchtem und warmem Milieu. Sie vermehren sich über Sporen in der Luft, die bereits bei einer Luftfeuchtigkeit von 65 bis 70 Prozent keimen. In Wohnräumen liegt dieser Wert daher idealerweise zwischen 40 und maximal 65 Prozent. Schließlich zählt eine zu hohe Innenraumfeuchte zu den Hauptursachen für Schimmelbefall ‒ neben Gebäudeschäden wie defektem Dach, Rissen im Mauerwerk u.a.. Diese entsteht durch Wasser, das durch Duschen oder auch Kochen in die Raumluft gelangt. Ein Zeichen hierfür ist Kondenswasser an Fensterscheiben und -rahmen.

Die einfachste Maßnahme, die Luftfeuchtigkeit in Räumen zu senken, ist regelmäßiges Lüften. „In der kalten Jahreszeit ist Stoßlüften entscheidend“, sagt Thomas Seidel. „Hierzu mindestens drei bis fünf Mal am Tag die Fenster weit öffnen ‒ an Tagen mit Minustemperaturen etwa fünf Minuten, bei höheren Temperaturen bis zu einer Viertelstunde.“ Wird in der Küche lange gekocht oder Wäsche in einem Zimmer getrocknet, sollte häufiger gelüftet werden. Beim Lüften wird feuchtwarme Luft in der Wohnung mit der kalten, trockenen Außenluft vermischt. Dadurch wird die Raumluft trockener und mit Sauerstoff angereichert. Gekippte Fenster zur Dauerlüftung sind nur im Sommer bei trockenem Wetter anzuraten; im Winterhalbjahr kühlen die Wände dabei zu sehr aus.

Im Bad ist es zudem ratsam, nach dem Duschen oder Baden das Wasser von Wänden und Boden zu entfernen und nasse Handtücher auf der Heizung zu trocknen.

Und ganz wichtig bei kalter Witterung: ausreichendes und regelmäßiges Heizen.

Tückisch an Schimmel: Nicht immer macht er sich durch sichtbare Schimmelflecken und einen muffigen Geruch bemerkbar. Und auch die Tatsache, dass er sich gern an Wänden hinter Schränken und Regalen ausbreitet, da sich dort Feuchtigkeit durch unzureichende Luftzirkulation leicht ansammeln kann, erschwert es, ihn zu entdecken.

In jedem Fall sollten Schimmelpilze in Wohnräumen rasch und vollständig entfernt werden – vom geübten Heimwerker oder besser noch vom Fachmann. Denn beim nötigen Entfernen von Tapeten, Isolationsmaterialien, Putz, Silikondichtungen oder auch Fugenmörtel ist die Sporenbelastung sehr hoch. Zudem muss Schimmel fachgerecht bis in tiefer liegende Schichten komplett beseitigt werden. Nur dann wird der Befall endgültig gestoppt.

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