Wäsche waschen ohne Maschine: Heute undenkbar, vor einhundert Jahren ganz normal.

Die Sonderausstellung “HandArbeit” im Musem Wilnsdorf

Wilnsdorf. Mit der aktuellen Sonderausstellung „HandArbeit“ führt das Museum Wilnsdorf in jene Zeit zurück, in der die Menschen noch mit Fingerfertigkeit und Muskelkraft die Dinge des täglichen Bedarfs herstellen mussten – (fast) ohne, dass ihnen Maschinen die Arbeit erleichterten.

Zu Beginn und auch noch bis in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts bestimmte die Jahreszeit oft den Tagesablauf. Je kürzer die Tage waren, desto weniger übliches Tagwerk konnte draußen verrichtet werden. So blieben, eher von Frauenhand ausgeführte, Handarbeiten wie Flicken, Stopfen, Nähen und vieles mehr oft der Winterzeit überlassen, ebenso wie klassische Männerarbeiten – Reparaturen an Holz und Leder, Schnitzen und Drechseln.

Jenen Tätigkeiten ist die Sonderausstellung „HandArbeit“ gewidmet. Passend zur Winterzeit erzählt sie von Verrichtungen, die damals oft für die „dunklen Tage” aufgehoben und aufgeschoben wurden. Unter Überschriften wie „das tägliche Allerlei“ und „Feinarbeit“ werden aber auch Tätigkeiten vorgestellt, die das ganze Jahr über Saison hatten, wie etwa die Milchproduktion.

Die Ausstellung setzt die lose Reihe jener Präsentationen fort, mit der das Museum Wilnsdorf seit einigen Jahren das Spektrum der Dauerausstellung zur heimischen Volkskunde erweitert. Viele der in der Sonderausstellung gezeigten HandArbeiten sind sonst im Volkskundlichen Teil des Museums zu finden, fallen aber vielleicht nicht so sehr ins Auge. Ein Teil der Ausstellung beleuchtet zudem Arbeiten, die im Museum bisher keinen Platz gefunden haben, die aber auch Teil des täglichen Lebens waren und heute vielfach in Vergessenheit geraten sind.

Für alle, die immer schon einmal wissen wollten, wie eine Schnitzelbank funktioniert, wie schwer es ist, eine Zentrifuge in Gang zu bringen oder wie eine Nähmaschine ohne Programmtasten arbeitet, bietet die Ausstellung viele Gelegenheiten, auch selbst „Hand anzulegen“. Neugierigen sei besonders der Aktionstag am 23. Januar an Herz gelegt: An diesem Sonntag werden Korbflechter, Schuster und Meier einen Einblick in ihr Handwerk geben.

Das Museum Wilnsdorf und die Ausstellung „HandArbeit“ sind täglich (außer Montag) von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Die Sonderausstellung ist noch bis zum 6. März zu sehen. Weitere Informationen sind online unter www.museum-wilnsdorf.de zu finden.

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