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Tattoo Studios nach der Corona-Krise: Wie sieht die Zukunft für Tätowierer aus?

Der gesamte Dienstleistungssektor hatte es während der Corona-Krise schwer. Zahllose Unternehmen, die ästhetische und medizinische Serviceleistungen anbieten, welche direkten Körperkontakt erfordern, waren gefährdet. Der monatelange Einbruch der Einnahmen zwang viele Kleinunternehmer in die Knie und machte eine dauerhafte Schließung unvermeidbar. Dies galt auch für die Tattoobranche. Wer die Zeit überstand, darf seit Ende Mai in Nordrhein-Westfalen wieder praktizieren. Jedoch gibt es für verschiedene Bereiche Hygiene- und Sicherheitsauflagen, welche wahrscheinlich auf weite Zukunft bestehen bleiben.

Ab dem 20. Mai durften Tattoo Studios nach zwei Monaten in Nordrhein-Westfalen aufatmen und offiziell wieder öffnen. Dabei gehörte NRW zu den letzten Bundesländern, die grünes Licht für die Ausübung des Jobs gaben. Ist die Krise damit auch ausgestanden? Keineswegs, denn viele Kunden mögen weiterhin unsicher und um ihre Gesundheit besorgt sein, gerade was ästhetische und nicht unbedingt notwendige Behandlungen betrifft. Daher ist es umso wichtiger, dass die Betreiber der Studios gewährleisten können, dass das Infektionsrisiko auf ein Minimum reduziert werden kann.

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlstandspflege veröffentlichte in diesem Zusammenhang eine Reihe detaillierter Hygienevorschriften und Verhaltensregeln für Tätowierer, die den Tätowierer und den Kunden schützen sollen. Dazu gehört, gleich wie bei allen kosmetischen Behandlungen, dass sowohl der Tattoo-Künstler als auch der Kunde entsprechenden Mund- und Nasenschutz tragen müssen. Zudem sind die Studios angeraten, Kunden auf Verdachtsfälle entsprechend zu prüfen und ihnen dringlich anzuraten bei Fieber oder Atemwegserkrankungen nicht zu erscheinen. Gleiches gilt natürlich für sämtliches Personal im Studio. Spontane Termine sollen zudem nicht erlaubt sein, sondern nur nach telefonischer oder digitaler Absprache. Wer ein Studio betritt, muss seine Hände waschen oder desinfizieren. Wenn möglich, soll ein Mindestabstand von 1,5 Meter eingehalten werden, abgesehen beim Stechen eines Tattoos. Zudem sollten Kunden ohne zusätzliche Begleitpersonen erscheinen.

Hygiene ist einer der wichtigsten Aspekte eines professionell betriebenen Tattoostudios. Das galt auch bereits vor der Corona-Krise. Zu den unerwünschten Folgen von Tätowierungen gehören Infektionen aufgrund nicht ordentlich gereinigten Materials. Diese entstehen, da die Instrumente beim Ritzen der Haut mit Blut in Kontakt kommen. Zur Grundausrüstung jedes Studios gehören somit Desinfektionsmittel zur Hand- und Hautreinigung. Ebenso sollten Mittel zur Flächen-, Boden- und Liegenreinigung, Instrumentenreinigung sowie persönliche Schutzausrüstung wie Masken und Reinigungsmittel in jedem Studio vorhanden sein. Zulieferer, wie der führende europaweite Anbieter Barber DTS haben dieses Zubehör seit jeher in ihrem Sortiment. Im Nachfeld der Corona-Krise steigt der Bedarf auch weiter an. Neu im Produktkatalog aufgrund des Virus sind hier und bei anderen qualitativ hochwertigen Anbietern nun beispielsweise komplette Face Shields und breite Gesichtsmasken aus Stoff.

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Quelle: KlausHausmann / pixabay.com

Zu den neuen Regelungen gehört auch, dass der gesamte Raum zwischen jedem Kunden gründlich desinfiziert werden sollte, um einen ausreichenden Hygieneschutz zu garantieren. Außerdem sollten die Unternehmen ausreichend Masken im Vorrat haben, sodass auch Kunden ausgestattet werden können, falls diese vergessen, ihre eigenen Masken mitzubringen.

Generell ist anzunehmen, dass der Tattoo Markt aufgrund der Corona-Krise weiterhin ungewiss bleibt. Das liegt zumal an den finanziellen Auswirkungen der Pandemie, die viele Kunden von Dienstleistungen, welche sie bereits geplant hatten, Abstand nehmen lassen. Bekannt ist allerdings auch, dass in Krisenzeiten kosmetische Eingriffe in der Regel zunehmen. Eine Verbraucherumfrage der Kölner Unternehmensberatung BBE Retail Expert ergab, dass gerade in diesen Zeiten das menschliche Bedürfnis steigt sich etwas Gutes zu tun. Reisen gestalten sich noch immer als problematisch, aufgrund der Angst in einem fremden Land zu erkranken. Zudem schrecken auch Reisewarnungen für ein paar Länder ab. Tattoo Studios könnten von diesem Trend und der zunehmenden Entspannung der Lage profitieren. Wer seinen Kunden entsprechende Sicherheit und Hygiene garantieren kann, mag sich bald über einen positiven Zuwachs freuen, wenn sich Leute nach überstandener Krise mit einem Tattoo, das sich möglicherweise schon lange wünschen, belohnen.

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