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„In den Eichen“: Kranke Bäume werden in Eversberg ersetzt

Eversberg. Wenn die knorrigen Bäume, die sich in Eversberg zwischen dem Burghagenweg und dem Neuen Weg befinden, erzählen könnten, dann hätten sie wohl eine Menge zu berichten. Auf ein Alter von bis zu 250 Jahren schätzt Marc Böhm, Leiter des Integrierten Baubetriebshofs (IBB) der Stadt Meschede, einige der 29 Eichen. Acht von ihnen, die sich in einem besonders schlechten Zustand befinden, müssen jetzt gefällt – und durch neue Eichen ersetzt – werden.

„Es ist schade, weil für Eversberger an diesen Bäumen natürlich ein Stück weit ,Herzblut‘ hängt“, bekennt Ortsvorsteher Willi Raulf. Dennoch: „Bei eingehender Betrachtung bleibt einfach keine andere Möglichkeit.“ Unter „eingehende Betrachtung“ hat auch der IBB die Bäume genommen: Grundsätzlich versuche man, diese markanten und standortprägenden Bäume zu pflegen und zu erhalten, so Marc Böhm. Deshalb führt die Stadt Meschede mehrfach im Jahr an dieser Stelle Baumkontrollen durch. Seit drei Jahren wurde dabei festgestellt, dass die Vitalität mehrerer Eichen in der Grünanlage erheblich abgenommen hat. Hauptgrund: Pilzbefall. „Eichenwirrling, Schwefelporrling und Hallimasch sind Pilze, die Holz zersetzen“, so Stadtförster Roland Wiese.

Das Ergebnis ist auch für Laien deutlich sichtbar: Die Stämme sind morsch, klingen dumpf, teilweise löst sich schon bei geringen Belastungen Holz ab. Zudem weisen die Stämme große Hohlräume und Faulstellen auf. „Das sind ganz deutliche Zeichen, dass die Bäume in ihrer Standsicherheit gefährdet sind“, so Marc Böhm. Gerade wegen der Komplexität der Schadensbilder bestehe Handlungsbedarf: „Da die Grünanlage gleichzeitig auch als Raum mit Aufenthaltsfunktion dient, müssen solche Gefahren nach bestem Wissen und Gewissen ausgeschlossen werden.“ Dieser Grundsatz gelte auch, weil sich die Stadt Meschede in der Verkehrssicherungspflicht befinde.

Bereits vor zwei Jahrzehnten habe man mit Stahlkorsetts versucht, einige der Bäume zu stabilisieren, erinnert sich Willi Raulf. Nun sei man an einem Punkt angelangt, wo man einsehen müsse, dass ein weiterer Erhalt der Bäume nicht sinnvoll sei: „Schließlich befinden sie sich in einem Wohngebiet.“ Und gerade bei Herbststürmen hätten sich Anwohner in den vergangenen Jahren verstärkt Sorge um mögliche Schäden gemacht.

Am 3. Februar hatten IBB-Leiter Böhm, Karl-Josef Friesen, zertifizierter Baumkontrolleur des IBB, Gärtnermeister Marc Röhrig und Stadtförster Roland Wiese die Bäume eingehend unter die Lupe genommen. Ergebnis: Acht der insgesamt 29 Bäume müssen gefällt werden. Am 17. Februar schließlich haben die Verantwortlichen die Problematik in einem weiteren Ortstermin mit Ortsvorsteher Willi Raulf und den Anliegern besprochen. Willi Raulf: „Auch in diesem Kreis haben alle Teilnehmer einer Fällung der geschädigten Bäume zugestimmt.“ Natürlich bedauere man diese Notwendigkeit, so der Ortsvorsteher: „Man muss aber schweren Herzens einsehen, dass dies im Interesse Eversbergs und auch der Bürger ist.“

In den kommenden Tagen wird der IBB die erkrankten Bäume entfernen. Für jeden gefällten Baum, so Marc Böhm, wird eine neue Eiche gepflanzt: „Weil es sich um einen ortsbildprägenden Charakter handelt, werden das auch größere Bäume sein.“ Bereits im Frühjahr soll die Grünanlage dann wieder fertiggestellt sein – in einem gesunden und sicheren Zustand. „Der Ort wird hier in Eversberg ,In den Eichen‘ genannt“, so Ortsvorsteher Willi Raulf, „und so soll es auch bleiben.“

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