Der „Arbeitskreis Demografie“ in Drolshagen hat für verschiedene Handlungsfelder Ideen und Maßnahmen entwickelt. In zwei Fachforen, so genannten „Runden Tischen“ wurden Akteure aus den Bereichen „Kinder, Jugend und Familie“, sowie „Senioren, Ehrenamt und Pflege“ eingeladen.

Zum dritten Fachforum, das am Montag, 30.01.2012 tagte, hatten Bürgermeister Theo Hilchenbach und die Demografiebeauftragte Angelika Schlicht sämtliche Ortsvorsteher/-innen aus Drolshagen zur Diskussion geladen. Diese stand unter dem Motto „Unser Dorf hat Zukunft“. Leider hatten nur 16 Ortsvorsteher auf die Einladung reagiert und einen umfangreichen Fragebogen, eine Bestandsaufnahme der Dörfer, beantwortet. 50 % der Ortsvorsteher reagierten nicht. Das war enttäuschend.

Anhand einer Powerpoint-Präsentation gab Angelika Schlicht Auskunft über die Kernaussagen des demografischen Wandels: „weniger, älter, bunter“. Praktische Beispiele aus Drolshagen und aktuelle statistische Daten wurden präsentiert. Es ergab sich eine rege Diskussion mit den Teilnehmern. Die Problematik der Kindergärten und Schulen war ebenso Thema, wie die immer größere Anzahl von Seniorinnen und Senioren in den Dörfern. Auch die Nachwuchssorgen in Vereinen und das fehlende Engagement von Dorfbewohnern an dörflichen Themen wurde diskutiert. Es wird mehr und mehr Leerstand in den Dörfern erwartet, hier wurde von Angelika Schlicht auf verschiedene Projekte zum Thema Leerstandsmanagement und Zwischenlösungen hingewiesen. Das Miteinander in den Dörfern gestaltet sich sehr unterschiedlich, die Einbindung von in- und ausländischen Mitbürgern und Neubürgern wurde kontrovers diskutiert. Zu beobachten ist, dass sich junge Dorfbewohner stark nach „außen“ orientieren und Neubürger in neuen Wohnbaugebieten oftmals ganztägig berufstätig sind und sich wenig an Dorfaktivitäten beteiligen.

Über die schon durchgeführten Maßnahmen des AKD, die Aktion „Babybegrüßung“ und „Eltern- Begleitbuch“, die Durchführung von „Runden Tischen“, die Errichtung des Mehrgenerationenhauses im St. Gerhardus – Haus ab März 2012, wurde berichtet. In Planung ist außerdem die Einrichtung einer Ehrenamtbörse in Drolshagen.

Auch die Rolle des Ortsvorstehers wurde diskutiert. Bisher entwickelt jeder Ortsvorsteher seine eigenen Ideen und Arbeitsabläufe und arbeitet nach eigenem Ermessen. Manche Ortsvorsteher wünschen sich mehr Teamarbeit. Einige finden, dass eine Art „Aufgaben-Katalog“ hilfreich wäre, um Anhaltspunkte für mögliche Inhalte zu haben. Als Ortsvorsteher in einem Team zu arbeiten (das trifft eher für die größeren Dörfer zu), wurde von einigen auch als sinnvoll bezeichnet.

Angestrebt wurde einvernehmlich eine Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit. Die Homepages der einzelnen Dörfer sollten mit der Stadt Drolshagen und Drolshagen Marketing besser verlinkt werden. Das gilt für beide Seiten. Drolshagen Marketing e.V. bat wiederholt darum, Veranstaltungstermine zu melden. Das gilt auch für die Homepage der Stadt Drolshagen.

Es wurde angeregt eine Arbeitsgruppe zum Thema Öffentlichkeitsarbeit der Dörfer zu bilden. Bei Interesse können sich Ortsvorsteher an die Demografiebeauftragte Frau Schlicht wenden.

Für weitere Themenfelder steht die Demografiebeauftragte ebenfalls zur Verfügung und bittet um Rückmeldung: Wer wünscht sich Unterstützung seitens der Stadt Drolshagen? Wer hat Interesse an folgenden Events: „Demografischer Stadtrundgang“, „Demografie-Vortrag“, „Bewerbung als Demografie-Modell-Dorf“?

Angelika Schlicht hilft auch gerne bei der Beantwortung des Demografie-Fragebogens, der baldmöglichst zurück gesendet werden sollte.

Insgesamt konnte am Schluss der Versammlung ein positives Fazit gezogen werden. Die Gespräche und der Informationsaustausch sollen auf jeden Fall fortgesetzt werden. Dann hofft man zukünftig auf eine noch regere Teilnahme der Ortsvorsteher.

Text: Angelika Schlicht

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