Ohne Blut kann der menschliche Körper nicht existieren. Es fließt im Röhrensystem des Blutkreislaufes und ist für den Stofftransport zuständig. Sauerstoff, Kohlendioxid, Vitamine, Elektrolyte und Stoffwechselprodukte werden durch das Blut für die Zellversorgung bereitgestellt und Abfallprodukte anschließend entsorgt. Das Blut setzt sich aus ca. 45% Blutkörperchen (Zellen) und ca. 55% Blutplasma (Interzellularsubstanz) zusammen. Dabei sind die bekanntesten Blutkörperchen die Erythrozyten (rote Blutkörperchen), Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und Blutplättchen (Thrombozyten). Das Blutplasma hingegen besteht aus Wasser, Salzen, Eiweißen, Nährstoffen und stickstoffhaltigen Substanzen wie Harnstoff.

Die genaue Zusammensetzung des Blutes wird dabei durch unterschiedliche Faktoren wie Hormone oder Medikamente beeinflusst.

Bild-Nachweis: jarmoluk / pixabay.com

Auch Krankheiten haben Veränderungen der Blutwerte zur Folge. Das bedeutet, dass sich die Anzahl und das Verhältnis der im Blut befindlichen Zellen sowie die Zusammensetzung der im Blutplasma vorkommenden Substanzen verändert. Eine Bestimmung der Blutwerte gibt Aufschluss über ein Ungleichgewicht und kann eine konkrete Diagnose ermöglichen.

Das sogenannte kleine Blutbild dient der Erstdiagnose, wenn Symptome auf Entzündungen, Infektionen oder Blutgerinnungsstörungen hinweisen. Vor Operationen oder zur Verlaufskontrolle werden die Anzahl sowie das Verhältnis der verschiedenen Blutzellen und die Konzentration des Hämoglobins bestimmt. Dieser Standarttest bildet den Ausgangspunkt für Differenzialdiagnosen, die ein großes Blutbild zur Folge haben können.

Die Blutwerte beim kleinen Blutbild

Leukozyten-Blutwerte
Erhöhte Leukozytenzahlen lassen sich auf Infektionen und Entzündungsprozesse sowie auf Autoimmunerkrankungen zurückführen, durch die vermehrt Antikörper gebildet werden (Heuschnupfen, Hausstauballergie). Vireninfektionen, eine Milzüberfunktion und die Bestrahlung im Rahmen einer Chemotherapie führen zu verminderten Leukozytenwerten, was sich auf das gesamte Körpersystem auswirkt.

Lymphozyten-Blutwerte
Lymphozyten gehören zur Gruppe der Leukozyten und teilen sich in B-Lymphozyten, die für die Immunabwehr verantwortlich sind und T-Lymphozyten, die erkrankte Zellen beseitigen. Ein geringes Vorkommen an Lymphozyten kann bei Autoimmunerkrankungen und einer Krebsbehandlung auftreten. Verschiedene Leukämien und Lymphome erhöhen dagegen die Konzentration von Lymphozyten im Blut.

Granulozyten-Blutwerte
Granulozyten gehören zu den weißen Blutkörperchen. Sinkt ihr Vorkommen im Blut, ist der Mensch anfälliger für Infektionen, die vorwiegend die Haut und die Schleimhäute betreffen. Umgekehrt können Infektionen ihrerseits für einen Abfall der Granulozytenkonzentration sorgen. Eiweiß- und Vitaminmangel, Autoimmunerkrankungen oder Chemotherapien zählen dabei zu möglichen Auslösern.

Erythrozyten-Blutwerte
Die roten Blutkörperchen sind für den Sauerstofftransport zuständig. Ist ihre Konzentration im Blut verringert, spricht man von Anämien. Entgleist die Konzentration über den normalen Durchschnittswert, handelt es sich häufig um eine Dehydrierung. Auch chronische Durchfälle und anhaltendes Erbrechen wirken auf den Flüssigkeitshaushalt des Körpers und verändern die Erythrozytenkonzentration. Bei Lungen- oder Herzerkrankungen kann die Konzentration steigen, um dem Sauerstoffmangel entgegenzuwirken.

Hämoglobin-Blutwerte
Das Eiweiß Hämoglobin ist der Stoff, der dem Blut seine charakteristische Farbe gibt. Hämoglobin … weiterlesen »

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