PolitikSiegen-Wittgenstein

KIM: Kommunales Integrationsmanagement soll etabliert werden

Siegen-Wittgenstein – Zugewanderten noch besser dabei helfen, in unserer Gesellschaft anzukommen – das möchte der Kreis Siegen-Wittgenstein gemeinsam mit den Städten und Gemeinden. Dazu soll in Siegen-Wittgenstein ein „Kommunales Integrationsmanagement“ – kurz KIM – etabliert werden. Die Umsetzung einer entsprechenden Landesinitiative schlägt Landrat Andreas Müller in einer Vorlage für den Ausschuss für Schule, Weiterbildung, Sport und Integration vor, der am 15. Juni 2021 erstmals darüber beraten wird.

„Wir als Gesellschaft müssen ein großes Interesse daran haben, Menschen, die zugewandert sind, so schnell und so gut es geht, in unser Gemeinwesen zu integrieren. Für jemanden, dem unsere Strukturen und Abläufe völlig fremd sind, ist das schon oft aus formalen Gründen nicht einfach. Zugewanderte haben es mit einer großen Anzahl von Ämtern und Behörden zu tun, die in unterschiedlichsten Fragestellungen für sie zuständig sind. Hier die richtigen Ansprechpartner für passgenaue Unterstützung zu erhalten, ist nicht einfach“, erläutert Landrat Andreas Müller: „Hier setzt das KIM an. Beim KIM geht es im Kern um eine qualifizierte Einzelfallberatung. Die soll die subjektiven Wünsche und Bedarfe eines Zugewanderten berücksichtigen und auf der anderen Seite die vielen Ämter, Behörden und sonstigen Akteure, die sich im Bereich der Integration engagieren, bündeln – ‚rechtskreisübergreifende Steuerung‘ nennt sich das ganz offiziell“, so der Landrat.

Zielgruppe für das KIM sind in erster Linie Geflüchtete, die bisher noch keinen Zugang zu einem persönlichen Fallmanagement haben. Aber auch Menschen, die aus anderen Gründen zugewandert sind oder Personen mit Migrationshintergrund, die schon länger hier leben, stehen mit im Fokus des KIM.

Das KIM besteht aus drei Bausteinen: eine strategische Ebene, die beim Kommunalen Integrationszentrum des Kreises angesiedelt sein wird und die Umsetzung des Gesamtkonzeptes sicherstellt. Eine operative Ebene mit Fallmanagern, die vor Ort in den Städten und Gemeinden tätig sein werden und Zugewanderte bei Themen wie ausländerrechtlichen Fragestellungen, gesellschaftlicher und rechtlicher Erstorientierungen, Integration in Bildung und Arbeit, Wohnen und Gesundheit beraten und unterstützen. Der dritte Baustein besteht in einer Verstärkung der Ausländerbehörden, um deren Kooperation mit dem Kommunalen Integrationszentrum zu stärken.

Das KIM geht auf das Modellprojekt des Landes „Einwanderung gestalten NRW“ zurück. Das Programm war so erfolgreich, dass die Landesregierung es in allen 54 Kreisen und kreisfreien Städten in NRW einführen will. Die Bausteine 2 und 3 werden automatisch vom Land gefördert. Für die Umsetzung von Baustein 1 hat sich das Kommunale Integrationszentrum des Kreises mit einem entsprechenden Konzept beworben und dafür Mitte Februar eine Förderzusage erhalten. Alle elf Städte und Gemeinden haben dem Kreis signalisiert, dass sie dieses Konzept gemeinsam mit dem Kreis umsetzen möchten.

Insgesamt wird das Land für Siegen-Wittgenstein 3,5 Stellen für die strategische Ebene fördern, 6 Stellen für Fallmanager auf der operativen Ebene in den Städten und Gemeinden und jeweils eine Stelle für die Ausländerbehörden des Kreises Siegen-Wittgenstein und der Universitätsstadt Siegen. Den Löwenanteil der Kosten trägt das Land. Der Kreis muss bei den Personalkosten lediglich einen Anteil von maximal 12,7 Prozent aufbringen. Das sind rund 31.500 Euro pro Jahr.

Quelle: Kreis Siegen-Wittgenstein

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Amei Schüttler
Amei Schüttler
Amei Schüttler ist Redakteurin bei den Südwestfalen-Nachrichten. Sie sitzt in unserer Zentralredaktion und ist unter Tel. 02351-9749710 bzw. Mail: [email protected] für unsere Leser erreichbar.

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