Bad Berleburg – Die Wisent-Freunde haben entschieden. Das Namensvoting im Internet ist beendet; die Namen der vier neugeborenen Wisent-Kälbchen der vergangenen Tage stehen nun fest – mit einer Ausnahme. Als Spitzenreiter ging Quax durch das Ziel.

„Die Namensgebung im Internet für die in den vergangenen Tagen geborenen Wisent-Kälbchen ist auf große Resonanz gestoßen“, berichtet der erste Vorsitzende des Wisent-Vereins, Bernd Fuhrmann. Und er ergänzt: „Wir freuen uns sehr über die rege Beteiligung so vieler Menschen und das Interesse an den Wisenten.“ Im Besucherareal „Wisent-Wildnis am Rothaarsteig“ waren am 24. und 30. Mai zwei Jungtiere geboren worden (und zwei weitere in der freilebenden Herde im Wisent-Wald). Die beiden Bullen stammen von Fasel und Gutelaune ab, Erzeuger ist Bulle Horno. Fünf Vorschläge für die Namensgebung standen zur Auswahl, die der Wisent-Trägerverein in den vergangenen Jahren und Monaten aus den zahlreichen Zuschriften und Anregungen gesammelt und vorausgewählt hatte.

Das erstgeborene Kalb, der Junge von Fasel, heißt ab sofort Quax. Darauf entfielen 48,2 Prozent der Stimmen. Das männliche Kalb von Gutelaune erhält den zweitplatzierten Namen: Quentin. Den fanden 30,6 Prozent der Teilnehmer der Abstimmung am klangvollsten. Qutti, Quinn und Quero folgten auf den nächsten Plätzen. Nesthäkchen Quentin wird zurzeit von Wisent-Ranger Jochen Born und seiner Familie außerhalb der Wildnis von Hand aufgezogen, da Mutter Gutelaune keine Milch gibt. Jochen Born hofft, dass Quentin Anfang/Mitte Juli in die „Wisent-Wildnis“ zurückkehren kann – vorausgesetzt sein Entwicklungsprozess verläuft weiterhin so reibungslos und positiv wie bisher.

Foto: Trägerverein Wisent-Welt-Wittgenstein e.V.

Foto: Trägerverein Wisent-Welt-Wittgenstein e.V.

Für alle vier Jungtiere gilt: Sie sind munter und wohlauf. Mit einer kleinen Einschränkung: Das in der frei lebenden Herde am 26. Mai geborene Kalb hat am rechten hinteren Bein eine Wunde in Kniehöhe. Ob Mutter Araneta bei der Geburt versehentlich draufgetreten ist oder ob sich der Jungbulle eine anderweitige Verletzung zugezogen hat, ist nicht klar zu sagen. Wisent-Ranger Jochen Born und Kreisveterinär Dr. Wilhelm Pelger beobachten dies jedoch genau. Derzeit hinkt der Jungbulle wegen der Wunde etwas. Das hat ihm prompt den Namen Quasimodo eigebracht. „Der kleine Wisent zieht das Bein zwar etwas nach, aber er ist flink auf den Beinen und scheint nicht wirklich beeinträchtigt zu sein“, berichtet Jochen Born.

Beim vierten Kalb, das am 2. Juni ebenfalls in der freilebenden Herde geboren wurde, konnte bislang das Geschlecht nicht eindeutig festgestellt werden. Deshalb gibt es auch noch keinen Namen für das Tier. Vielleicht ist es ja nach drei Bullen ein weibliches Kalb. Vater beider Kälbchen im Wald ist in jedem Falle Bulle Egnar.

Alle auf der Welt geborenen Wisente werden zentral im internationalen Zuchtbuch erfasst. Es wird in Polen geführt. Die Tiere erhalten Namen, die ihre regionale Herkunft bezeugen. Für die in Wittgenstein geborenen Tiere müssen diese deshalb mit den Buchstaben „Qu“ beginnen.


Das Artenschutzprojekt wird vom Bundesamt für Naturschutz aus Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und dem Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen sowie vom Kreis Siegen- Wittgenstein, der Stadt Bad Berleburg und zahlreichen privaten Sponsoren gefördert.

Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.wisent-welt.de.

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Kommentare

  1. Schümann, Marion
    20. November 2017 um 11:03 Uhr

    Es hieß doch, der Name sollte mit Ei… anfangen

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