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Komplizierte Kanalsanierungsmaßnahme in Niederdielfen geglückt

Baustelle unterm Haus

Das von der einen Seite mit einem Druckzylinder eingeschobene, neue Kanalrohr… (Foto: Gemeinde Wilnsdorf)
Das von der einen Seite mit einem Druckzylinder eingeschobene, neue Kanalrohr… (Foto: Gemeinde Wilnsdorf)

Wilnsdorf – Unter besonderen Rahmenbedingungen führen die Wilnsdorfer Gemeindewerke zurzeit eine Kanalsanierung in Niederdielfen durch: Der betroffene Kanal in der Straße „Am Buchen“ verläuft nicht nur komplett auf Privatgrundstücken, sondern in einem Fall auch unterhalb eines Wohnhauses. Eine Kanal-TV-Untersuchung hatte an dem 60 Jahre alten Falzbetonkanal sanierungsbedürftige Schäden offenbart. Der Kanal war in seinem Scheitelbereich schon so weit eingedrückt, dass sowohl Standsicherheitsprobleme für den Kanal als auch Gefahren für die Gebäudesubstanz drohten.

Das stellte die Gemeindewerke Wilnsdorf vor die Herausforderung, eine technisch nachhaltige und zugleich wirtschaftliche Sanierungsweise zu finden. Die komplette Sanierung des Kanals in offener Bauweise kam natürlich nicht in Betracht. Nicht nur wegen des darüber liegenden Wohnhauses, sondern grundsätzlich um die Beeinträchtigung der Anwohner auf den Grundstücken gering zu halten. Daher entschieden sich die Gemeindewerke Wilnsdorf für ein Verfahren in überwiegend geschlossener Bauweise.

…kam ohne Schwierigkeiten unter dem Wohngebäude durch auf der anderen Seite wieder heraus (Foto: Gemeinde Wilnsdorf)
…kam ohne Schwierigkeiten unter dem Wohngebäude durch auf der anderen Seite wieder heraus (Foto: Gemeinde Wilnsdorf)

Zwar werden in einem 2. Sanierungsabschnitt zur Optimierung der Leitungsführung zwei Kanalhaltungen in offener Bauweise neu errichtet und dafür ein alter Abschnitt außer Betrieb genommen; der überwiegende Teil der Kanalsanierung findet jedoch im 1. Sanierungsabschnitt im sogenannten TIP-Relining statt („Tight In Pipe“, dt. „eng am Rohr“). Dipl-Ing. Marcus Grimm-Rasel, bei den Gemeindewerken Wilnsdorf für den Bereich Kanalbetrieb zuständig, erklärt: „Beim TIP-Verfahren wird über Schächte oder Baugruben ein vorgefertigtes Kanalrohr aus druckstabilem Kunststoff in den Altkanal eingezogen. Die privaten Kanalhausanschlüsse werden dann über kleine Baugruben in offener Bauweise wieder an den neuen Kanal angebunden, indem sogenannte Sattelstücke von außen auf das Kunststoffrohr aufgeschweißt und die alten Hausanschlussleitungen daran angeschlossen werden“.

Auf der Dielfer Baustelle wurde zunächst der lagemäßig exakt eingemessene Anschluss unter der Bodenplatte provisorisch von innen heraus aufgefräst. Die weitere Anbindung erfolgt in den kommenden Tagen über ein spezielles, von innen verschweißbares Sattelstück. Die Arbeiten unter dem Wohngebäude, welche in der letzten Woche durchgeführt wurden, verliefen ebenso wie die bisherigen Sanierungsarbeiten zur Freude aller Projektbeteiligten relativ problemlos. „Auch dank des guten Miteinanders mit den Anwohnern“, sagt Grimm-Rasel. Der Abschluss der Sanierungsarbeiten ist Anfang Juli vorgesehen. Die Kosten für die Kanalsanierung werden rd. 200.000 € betragen.

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