Warben für die Weiterentwicklung der Naturparke: Kreisdirektor Theo Melcher, Sylvia Wagner, Umweltministerium NRW, Prof. Dr. Ulrike Pröbstl und Landrat Dr. Karl Schneider (von links).

Die Bemühungen der Naturparke Ebbegebirge, Homert und Rothaargebirge um eine inhaltliche und organisatorische Neuausrichtung waren kürzlich Thema einer öffentlichen Informationsveranstaltung in Eslohe-Cobbenrode.

Vor rund 100 Zuhörern betonte der Verbandsvorsteher der Naturparke Homert und Rothaargebirge, Landrat Dr. Karl Schneider, wie wichtig eine Neuaufstellung der Naturparke in Südwestfalen sei. Während vor Jahrzehnten Wanderwege markiert, Parkplätze angelegt, Schutzhütten errichtet und Ruhebänke aufgestellt wurden, gelte es nun die Naturparke zu tragenden Säulen einer nachhaltigen Regionalentwicklung weiterzuentwickeln, die von der lokalen Bevölkerung getragen und aktiv mit gestaltet werden.

Wie das konkret aussehen kann, machte Prof. Dr. Ulrike Pröbstl vom Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung der Universität für Bodenkultur in Wien in ihrem Vortrag deutlich. Anhand von Beispielen aus Süddeutschland und Österreich zeigte die Wissenschaftlerin, wie sich die dortigen Naturparke erfolgreich in der nachhaltigen Regionalentwicklung engagieren. Und dies zum Nutzen sowohl der eigenen Bevölkerung als auch der Touristen.

In der anschließenden Diskussion unterstrichen die Vertreter von Interessengruppen wie Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz oder Tourismus ihre Bereitschaft, den Prozess im konstruktiven Dialog mit zu gestalten.

Federführend für den angestoßenen Prozess, der vom Umweltministerium des Landes NRW unterstützt wird, ist der Naturpark Ebbegebirge. Dessen stellvertretender Verbandsvorsitzender, Kreisdirektor Theo Melcher, begrüßte die Bereitschaft der Verbände und machte deutlich, dass er sich insgesamt eine möglichst intensive Beteiligung der Öffentlichkeit und insbesondere der Kommunen wünsche.  „Ich habe die Vision“, so Theo Melcher, „dass aus diesem Prozess eine Art „Naturparkbewegung“ hervorgeht, in der sich ein großer Teil der Bevölkerung zu unser aller Nutzen engagiert. Wenn unsere Region im Wettbewerb mit anderen bestehen will, dann sollten wir an erfolgreichen Beispielen anderer Regionen und ihrer Naturparke nicht vorübergehen, sondern diese Beispiele aufgreifen und anderen zeigen, dass wir es zumindest ebenso gut, wenn nicht noch besser machen können“.

In den kommenden Wochen werden fünf Teams aus lokalen Experten der unterschiedlichsten Fachrichtungen unter der Moderation von Prof. Pröbstl ihre Gedanken zu zentralen Handlungsfeldern zusammentragen, darunter nachhaltige Regionalentwicklung, Umweltbildung, Erholung, Naturschutz und Landschaftspflege. Das Ergebnis dieser Arbeit soll die Grundlage für eine öffentliche Diskussion und die Beteiligung möglichst vieler Menschen an dem nun eingeschlagenen Weg bilden.

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