Nach wie vor sind Depressionen die „Volkskrankheit Nr. 1“. Immer noch gibt es viele Unsicherheiten und Ängste, wie man als Betroffener oder als Angehöriger damit umgehen kann. Und genau hier setzt das Angebot des Bündnisses gegen Depression, ein bundesweit spendenfinanzierter Zusammenschluss im psychosozialen Bereich Tätiger und Interessierter, an. Um der Krankheit Depression ein Gesicht zu geben und sie bewusst zum Thema zu machen, veranstaltet das lokale Bündnis in Siegen-Wittgenstein und Olpe wieder die Aktionswochen „Mut-Tour – Raus aus der Depression“. Vom 2. September bis 17. Oktober werden verschiedene Ausstellungen, Vorträge und Filme rund um das Thema Depression in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe angeboten.

Los geht es mit der Vernissage zur Kunstausstellung „Inklusion exklusiv – kreativ“ am Montag, 2. September, um 15:00 Uhr im KrönchenCenter in Siegen. Die Ausstellung kann vom 2. bis 27. September zu den Öffnungszeiten des KrönchenCenters besichtigt werden, der Eintritt ist frei.

 

Foto: Kreis Siegen-Wittgenstein

 

„Mut-Tour – Raus aus der Depression“ startet am 2. September

Um die Frage „Woher kommt Stress und wie gehe ich mit ihm um?“ geht es am Samstag, 14. September. Von 9:00 bis 11:00 Uhr findet dann im Kommunikationsraum des Kreisklinikums (2. OG) Siegen einen Veranstaltung im Rahmen des Weidenauer Kliniktalks des Kreisklinikum statt. „Was ist Stress? Woher kommt Stress und wie kann man mit ihm umgehen?“ Dies sind nur einige der Fragen, mit denen sich Dr. Heiko Ullrich, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kreisklinikums, gemeinsam mit den Teilnehmern beschäftigen wird. Neben einem kurzweiligen fachlichen Impuls werden vor allem die persönlichen Anliegen und Fragen der Besucher im Fokus stehen. 

„Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag“ ist der Titel eines Filmes, der am Donnerstag, 26. September, 18:00 Uhr, beim Sozialwerk St. Georg, Treffpunkt Lennestadt, Helmut-Kumpf-Straße 59, in Lennestadt gezeigt wird. Der Eintritt ist frei. Anschließend besteht die Möglichkeit zur Diskussion mit fachlicher Begleitung. Der Film setzt sich anhand von Erfahrungsberichten und Hintergrundinformationen mit Depression auseinander und verbessert das Verständnis für die Erkrankung bei Angehörigen, Betroffenen und in der Öffentlichkeit. Die Kernaussage des Filmprojektes ist, dass Depression eine behandelbare Erkrankung ist, für die es verschiedene, individuelle Wege heraus gibt – „aus der Nacht in den (neuen) Tag“. 

Kosmetik kann so viel mehr sein als ein Make-Up

Wissenschaftliche Untersuchungen haben belegt, dass Kosmetik und Make-Up eine positive Auswirkung auf die Seele haben können. In Kooperation mit der Frauenberatungsstelle Siegen bieten die Visagistin Katharina Otterbach und die Fotografin Verena Farnschläder am Samstag, 28. September, 10:00 Uhr bis 15:30 Uhr, einen „Schön-Fühl-Tag“ für Frauen mit Depressionserfahrung in der Frauenberatungsstelle Siegen, Freudenberger Straße 28, an. Die Visagistin schminkt die Frauen und gibt Tipps zu einem leichten Tages-Make-Up, die Fotografin portraitiert die Teilnehmerinnen anschließend. Nebenbei besteht die Möglichkeit, sich bei Kaffee und Kuchen untereinander auszutauschen und einen schönen Tag zu verbringen. Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung bei Katharina Stocks-Katz (Telefon 0271 333-2855) wird gebeten.

„Wie fühlt sich eine Depression an? Warum ist der Suizid der vermeintlich letzte Ausweg? Und warum kann ich lachen, wenn ich doch traurig bin?“ Weiter geht es mit dem Programm am Dienstag, 1. Oktober, 19:00 Uhr, mit einer kostenfreien Lesung und anschließendem Gespräch unter dem Titel „Der Depressionist“ mit Markus Bock im Chaiselongue der Reselve, Spandauer Straße 48, in Siegen. Der Familienvater erzählt fesselnd, authentisch, aber niemals tragisch und immer mit einer Prise Ironie, was es bedeutet, an der Volkskrankheit Depression zu leiden und gleichzeitig ein Kind großzuziehen. 

Psychische Erkrankungen haben massive Auswirklungen auf das soziale Umfeld

Oft sind es die nächsten Angehörigen, die stark mitleiden und Erfahrungen machen, die zwischen Ohnmacht und Verzweiflung liegen. Der Film „Mit Leid – ein Film über Angehörige von psychisch Kranken“ wird am Donnerstag, 10. Oktober, um 19:00 Uhr in der Cafeteria des Diakonie-Klinikums Jung-Stilling, Wichernstraße 40, in Siegen gezeigt. In diesem Film kommen Menschen zu Wort, die diese Erfahrungen gemacht haben. So einsteht ein Mosaik aus Eindrücken, das zumindest erahnbar macht, was mitleidende Angehörige erleben. Doch der Film macht auch Mut, denn der berichtet ebenso von dem Gelingen der Biographien, von erfolgreicher Loslösung, von der Fähigkeit, loslassen zu können und von den Chancen, die sich durch ein Zusammenleben mit einem psychisch kranken Angehörigen eröffnen. Die Selbsthilfe-Kontaktstelle zeigt den Film im Rahmen des Siegener Forum Gesundheit. Im Anschluss an den 90-minütigen Film besteht Gelegenheit zum Gespräch unter Betreuung von Silke Sartor, Selbsthilfe-Kontaktstelle der Diakonie in Südwestfalen.

Die Präventionsveranstaltung „Die Seele stärken – Depressionen begegnen“ in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule des Kreises Olpe findet ebenfalls am Donnerstag, 10. Oktober, statt. Um 16:30 Uhr geht es im Forum der Volkshochschule Olpe, Kurfürst-Heinrich-Straße 34, in Olpe los mit dem Vortrag von Dr. med. Anja Reddert, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Klinik für Psychiatrie am St. Martinus-Hospital Olpe. Ab 17:45 Uhr gibt es zwei Angebote in Form von Schnupperkursen: Malen mit der freischaffenden Künstlerin Sabine Helsper-Müller oder Bewegen und Entspannen mit Sandra Freiberger, Heilpraktikerin Psychotherapie.

Fotografien von Nora Klein beschreiben jenseits von Worten die Gefühlswelt depressiver Menschen

„Du sitzt in deiner Wohnung, siehst die Dinge um dich herum, dann wird das Licht immer weiter heruntergedimmt, du siehst immer weniger, bis nichts mehr da ist: so ist die Depression.“ Den Abschluss der Mut-Tour macht am Donnerstag, 17. Oktober, 18:00 Uhr die Veranstaltung „Mal gut, mehr schlecht.“ – Sensible Einsichten in die Innenwelten der Depression – Fotografie, Vortrag, Gespräch im Chaiselongue der Reselve, Spandauer Straße 48, in Siegen. Eine hohe Anzahl von Menschen in der Bevölkerung leidet unter einer psychischen Erkrankung, deren unterschiedlich stark ausgeprägte Symptome für die Umwelt häufig schwer begreifbar und rätselhaft bleiben.Gemeinsam mit Sabine Fröhlich, einer Projektteilnehmenden, stellt sie ihre Arbeit und den entstandenen Bildband vor. In einer anschließenden Diskussion spricht Sabine Fröhlich über ihre eigenen Erfahrungen und kommt mit der Fotografin und Interessierten ins Gespräch. Die Veranstaltung wird von der Deutschen Depressionsliga e.V. und der BARMER Selbsthilfeförderung unterstützt.

Mehr Informationen zur Veranstaltungsreihe und zum Bündnis gegen Depression finden Interessierte unter: www.osw-gegen-depression.de. Für Rückfragen steht außerdem Katharina Stocks-Katz vom Sozialpsychiatrischen Dienst des Kreises Siegen-Wittgenstein, Tel.: 0271 333-2855 oder k.stocks@siegen-wittgenstein.de, zur Verfügung.

 

Quelle: Kreis Siegen-Wittgenstein

Veröffentlicht von:

Amei Schüttler
Amei Schüttler
Amei Schüttler ist Redakteurin bei den Südwestfalen-Nachrichten. Sie sitzt in unserer Zentralredaktion und ist unter Tel. 02351-9749710 bzw. Mail: redaktion@suedwestfalen-nachrichten.de für unsere Leser erreichbar.

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