Attendorn – Die letzten Tage als „Bufdie“ kann Lennart Jacobs schon zählen. Mitte September sind seine elf Monate im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes im Seniorenhaus St. Liborius zu Ende.

„Die Zeit ist wie im Flug vergangen“, wundert sich der 20-Jährige rückblickend. Nun will er Komposition in Köln studieren. „Dieses Jahr nach dem Abitur habe ich als Orientierung und Vorbereitung auf mein Studium benötigt. Außerdem wird mir das Jahr für mein Studium als Wartesemester angerechnet.“ Hinzu kommt, dass es sich im Lebenslauf einfach gut macht, sich ein Jahr für die Gemeinschaft eingesetzt zu haben. „Es gibt in vielen Bewerbungsbögen, sei es an Unis, Hochschulen oder auch bei Ausbildungsplätzen mittlerweile einen Passus, wo genau nach diesem Engagement gefragt wird, sei es Bundesfreiwilligendienst oder ein freiwilliges soziales Jahr“, weiß Lennart Jacobs.

Doch es ging dem zukünftigen Studenten bei seiner Arbeit nicht um einen perfekten Lebenslauf. „Die Arbeit hier hat einfach Spaß gemacht“, bringt er es auf den Punkt. „Freunde von mir waren auch als Bufdie und manche auch noch als Zivis hier im Haus im Einsatz. Alle waren begeistert und wollten diese Zeit auf keinen Fall missen.“ Der Attendorner wurde in der Haustechnik eingesetzt. „Mein Vater ist Elektriker und auch ich bin in im handwerklichen Bereich recht geschickt. Ich habe keine zwei linken Hände, im Gegenteil. Das Talent konnte ich hier voll einsetzen. Sei es beim Wechseln einer Glühbirne oder auch bei der Reparatur eines Rollos oder die Hilfe beim Ein- und Auszug im Haus“.

„Bufdie“ Lennart Jacobs in der hauseigenen Werkstatt des Seniorenhauses St. Liborius, dem Herzstück seiner Arbeit im Bereich Haustechnik (Foto: Caritas-Zentrum Attendorn).

„Bufdie“ Lennart Jacobs in der hauseigenen Werkstatt des Seniorenhauses St. Liborius, dem Herzstück seiner Arbeit im Bereich Haustechnik (Foto: Caritas-Zentrum Attendorn).

Lennart Jakobs war gefragt. „350 Euro habe ich für meine Arbeit jeden Monat hier bekommen. Nebenbei habe ich Essen und Wäsche für das Caritas-Zentrum in Attendorn ausgefahren. Mit dem Geld kam ich jeden Monat gut über die Runden. Außerdem war ich in Attendorn, konnte meine Freunde treffen und meinem Hobby – der Musik – in meiner Freizeit nachgehen.“ Mit seiner Band, „The Southern Comfort Blues Project“ hat er es dann auch in die Endrunde des zweiten ABC Alarm der Stadt Attendorn geschafft. „Es war ein gutes Jahr und ich kann es jedem nur empfehlen. Außerdem sieht man, als Bufdie ist man nicht nur in der Pflege einsetzbar, sondern in vielen Bereichen. Außerdem gibt es für den Bundesfreiwilligendienst keine Altersgrenze nach oben. Wer über 27 Jahre ist, kann ihn auch als Teilzeitdienst machen.“ Zurzeit sucht St. Liborius für Lennart Jacobs einen Nachfolger. Bewerbungen, auch kurzfristig, bitte an Zentrumsleiter Uwe Beul, Caritas Zentrum Attendorn (Bieketurmstraße 9, 57439 Attendorn, Telefon: 02722/95410).

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