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Arbeitsmarkt: Intensive Betreuung führt zum Erfolg

Kreis Soest – Berufserfahrung, Motivation und zielorientiertes Arbeiten zeichnet die Berufsgruppe der über 50-Jährigen aus. Dennoch finden sie immer noch schwerer eine neue Arbeitsstelle als jüngere Arbeitsuchende. Um ältere Frauen und Männer individuell bei der Arbeitsplatzsuche zu unterstützen, arbeitet das Jobcenter Arbeit Hellweg Aktiv (AHA) mit der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH zusammen.

In der Maßnahme „Triangel 50+“ werden die über 50-Jährigen intensiv betreut, beraten und auf die verschiedenen Herausforderungen eines Bewerbungsverfahrens vorbereitet. „Am Anfang war ich sehr skeptisch“, berichtet ein Teilnehmer. „Doch nun merke ich, wie sehr mir die intensive Betreuung weiterhilft.“ Und der Erfolg gibt dem Konzept Recht. Seit Juni konnten mit Unterstützung der FAW bereits sechs Frauen und Männer einen neuen Arbeitsplatz finden. „Einer unserer Schwerpunkte ist die individuelle Arbeit mit den Kundinnen und Kunden. Gerade in der Altersgruppe der über 50-Jährigen blicken die Teilnehmer auf unterschiedliche Lebenswege und Erfahrungen zurück, “ erläutert Reinhart Hofert, Job-Coach der FAW. „Diese müssen wir bei unserer Arbeit berücksichtigen und bei der Suche nach neuen beruflichen Perspektiven einbinden. Diese individuelle Arbeit ist unsere Stärke.“

Eine weitere Besonderheit ist die enge Kooperation mit dem Jobcenter. Zwei bis drei Mal in der Woche ist eine Integrationsfachkraft des Projektes „50+ aktiv“ des Jobcenters vor Ort, um Fragen zum Beispiel zu Bewerbungskosten, Arbeitsaufnahme und Fahrtkosten zu klären. „Diese Schnittstelle ermöglicht Absprachen auf kurzen Wegen“, resümiert Thomas Schweins, Teamleiter des Projektes. „Neben der schnellen Lösung von Problemen, hat die Kollegin die Chance, die Kundinnen und Kunden von einer anderen Seite kennenzulernen. Dies stärkt das Vertrauensverhältnis und führt in vielen Fällen zu einer erfolgreichen Integration, da gezielter Stellen vorgeschlagen und auf die beruflichen Möglichkeiten eingegangen werden kann.“

Dennoch sind Integrationen nur mit Unterstützung der Arbeitgeber in der Region möglich. Denn immer noch scheuen Arbeitgeber sich davor, ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einzustellen. „Doch unsere Erfahrungen zeigen, dass gerade unsere Teilnehmer fehlende Qualifizierungen durch Motivation und Zuverlässigkeit ausgleichen“, berichtet Michael Krevet-Alpmann, stellvertretender Akademieleiter der FAW. „Wer sie einstellt, kann sich über einen langen Zeitraum auf zuverlässige Mitarbeiter freuen. Denn gerade über 50-Jährige benötigen langfristige Perspektiven und keine begrenzten Zeitverträge.“

Die ersten drei Monate der Maßnahme „Triangel 50+“ sind gut verlaufen, resümierten nun die Vertreterinnen und Vertreter des Jobcenters AHA und der FAW: Barbara Schäfer (stellv. Geschäftsführerin AHA, hintere Reihe v.l.), Michael Krevet-Alpmann, (stellv. Akademieleiter der FAW), Martin Steinmeier (Geschäftsführer AHA), Reinhart Hofert (Job-Coach FAW, vordere Reihe v.l.), Thomas Schweins (Teamleiter AHA), Katrin Schmedtmann (Sozialpädagogin FAW), Annegret Britze (Akademieleiterin FAW) und Sonja Lause (Integrationsfachkraft AHA). Foto: Elisabeth Bormann/AHA.
Barbara Schäfer (stellv. Geschäftsführerin AHA, hintere Reihe v.l.), Michael Krevet-Alpmann, (stellv. Akademieleiter der FAW), Martin Steinmeier (Geschäftsführer AHA), Reinhart Hofert (Job-Coach FAW, vordere Reihe v.l.), Thomas Schweins (Teamleiter AHA), Katrin Schmedtmann (Sozialpädagogin FAW), Annegret Britze (Akademieleiterin FAW) und Sonja Lause (Integrationsfachkraft AHA). Foto: Elisabeth Bormann/AHA.

Ein Kommentar

  1. Man kann sich auch tot qualifizieren, Der Hauptgrund von Arbeitslosigkeit über 50jähriger ist und bleibt die fehlende Bereitschaft der Arbeitgeber diese Altersgruppe einzustellen. Ich bin jetzt selbst nach 26jähriger durchgängiger Beschäftigung in der Situation und suche seit Jan 2012 eine Arbeitsstelle. Die genehmigten Weiterbildungen haben es auch nicht geschafft eine neue Perspektive zu schaffen. Relativ schnelle Absagen oder gar keine Absagen zeigen schon deutlich, wohin der erste Blick der Arbeitgeber bei den Bewerbungen führt. Die demographische Perspektive, dass in Zukunft nicht mehr genug junge Arbeitnehmer verfügbar sind, hilft den jetzt betroffenen Älteren allerdings auch nicht. Bis es soweit ist, sind sie schon viel zu lange aus dem ersten Arbeitsmarkt raus. Was bliebe, ist eine geförderte Selbstständigkeit. Aber hier versagen die entsprechenden Institutionen ebenfalls. Siehe Änderung der Vergabe bei Gründungszuschüssen.

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