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MRSA-Screening: Nur wenige positiv

Untersuchungsreihe in Krankenhäusern des Kreises Soest erbrachte erfreuliches Ergebnis

Kreis Soest – Wie viele der von den heimischen Krankenhäusern neu aufgenommenen stationären Patienten sind Träger von multiresistenten Keimen (MRSA)? Ein vom MRE-Netzwerk Kreis Soest, das multiresistenten Erregern (MRE) unter Moderation des Kreis-Gesundheitsamtes den Kampf angesagt hat, vom 20. bis 24. Oktober 2014 in allen Krankenhäusern des Kreises Soest durchgeführtes Screening erbrachte eine erfreuliche Antwort: Weniger als zu erwarten war.

Dr. Andrea Gernun, Chefin des Kreis-Gesundheitsamtes, berichtete bei der Vorstellung der Untersuchungsergebnisse während der Sitzung des Gesundheitsausschusses am Montag, 17. November 2014, dass die MRSA-Zahlen in den vergangenen Jahren grundsätzlich rückläufig seien und nannte exemplarisch das Ergebnis eines Screenings in 24 Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen im Jahr 2013. Dabei sei eine MRSA-Quote von 1,83 Prozent ermittelt worden. Vor diesem Hintergrund kennzeichnete sie die Zahl von lediglich 1 Prozent positiv getesteten Patienten bei der Untersuchungsreihe Ende Oktober in den Krankenhäusern des Kreises Soest als „exzellentes Ergebnis“. Der Trend des Rückgangs von MRSA in den vergangenen Jahren werde erkennbar, so Frau Dr. Gernun.

Am Screening beteiligten sich im Einzelnen das Klinikum Soest, das Marien-Krankenhaus Soest, das Warsteiner Krankenhaus Maria Hilf, das Mariannenhospital Werl, das Evangelische Krankenhaus Lippstadt, das Dreifaltigkeitshospital Lippstadt, das Marien-Hospital Erwitte und das Hospital zum Heiligen Geist Geseke. 1.106 Patienten wurden im Untersuchungszeitraum aufgenommen. 984 (88 Prozent) stimmten dem notwenigen Abstrich mit einem Wattetupfer auf dem Nasenvorhof und dem Rachen zu. 112 (12 Prozent) machten nicht mit.

Dr. Andrea Gernun freute sich im Gesundheitsausschuss nicht nur über die „hohe Bereitschaft“ der aufgenommenen Patienten für das Screening. Sie wertete das positive Ergebnis auch als Indiz dafür, dass das Hygienemanagement vor Ort greife. Als weitere Erkenntnis der Untersuchungsreihe stellte die Gesundheitsamtschefin die hohe Anzahl von Risikopatienten im Kreisgebiet heraus. Immerhin 62,9 Prozent der Untersuchten hätten MRSA-Risikofaktoren aufgewiesen, wie sie die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention am Robert-Koch-Institut (KRINKO) beschrieben habe, zum Beispiel stationärer Krankenhausaufenthalt kurz zuvor, Kontakt zu MRSA-Trägern oder Herkunft aus Regionen und Einrichtungen mit hohem MRSA-Vorkommen. „Angesichts dieser hohen Quote ist ein Screening mindestens der Risikopatienten sinnvoll und erforderlich“, forderte Frau Dr. Gernun.

Die Leitende Amtsärztin kündigte die Absicht an, das kreisweite Screening in zwei Jahren zu wiederholen. Vor allem ein risikobasiertes Screening sollte in allen Krankenhäusern etabliert und fortgeführt sowie auch auf Reha- und Pflegeeinrichtungen ausgeweitet werden, so Dr. Andrea Gernun. Die Gesundheitsamtschefin hält es für sinnvoll, dass die Krankenhäuser eine Zertifizierung anstreben und einschlägige Qualitätssiegel erwerben, um Kolonisation oder Infektion mit MRSA oder anderen multiresistenten Keimen zu minimieren.

MRSA steht für „Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus“ und bezeichnet Bakterien, die gegen die meisten Medikamente unempfindlich geworden sind. Viele Menschen tragen MRSA auf ihrer Nasenschleimhaut, ohne es zu bemerken. Für gesunde Personen stellt das keine Gefahr dar, kann jedoch für Patienten im Krankenhaus problematisch sein. Daher war erklärtes Ziel des durchgeführten Screenings, einen Überblick über das Vorhandensein dieses Bakteriums zu erhalten.

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