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Pflege hat Unternehmen erreicht

Sechste Infoveranstaltung der Reihe „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“

Erwitte – „Pflegende Beschäftigte sind keine Seltenheit, wir haben sie schon.“ Gleich zu Beginn der Infoveranstaltung „Wenn aus Beschäftigten pflegend Beschäftigte werden“ der Reihe „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ am Donnerstag, 20. November 2014, im Schloss Erwitte machte Professor Dr. Volker Verch, Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Westfalen Mitte und Vorsitzender des Lenkungskreises der Region Hellweg-Hochsauerland, deutlich, wie aktuell das Thema ist.

Immer weniger seien im arbeitsfähigen Alter, immer mehr im Rentenalter, brachte es Professor Dr. Verch auf den Punkt. Die Unternehmen müssten sich dringend des Problems annehmen, wenn sie trotz Pflege handlungsfähig bleiben wollten. Denn es herrsche längst ein massiver Wettbewerb um Fachkräfte. Deshalb begrüßte es Professor Dr. Verch, dass sich unter den 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch Personalverantwortliche aus Unternehmen befanden.

Wie sich Unternehmen kümmern können, das zeigte Andrea Lameck (Konkret Consult Ruhr GmbH, Gelsenkirchen) beispielhaft am „Netzwerk pflegend Beschäftigte in Mönchengladbach“ auf. 31 Unternehmen aus Mönchengladbach sowie der Rheinische Einzelhandels- und Dienstleistungsverband haben sich darin zusammengeschlossen, um ihre Unterstützungsbereitschaft bei der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu signalisieren. Ihre 12.500 Beschäftigten, von denen immerhin 15,3 Prozent Angehörige pflegen, haben eine Netzwerkkarte erhalten, die ihnen den kostenlosen Zugang zu den Beratungs- und Serviceangeboten des Netzwerks ermöglicht.

Informierten über das Thema „Wenn aus Beschäftigten pflegend Beschäftigte werden“ (v.l.): Irmgard Soldat, Georg Oberkötter, Professor Dr. Volker Verch, Gudrun Hengst, Ursula Rode-Schäffer, Uwe Brinker, Claudia Sterthoff und Andrea Lameck (Foto: Wilhelm Müschenborn/Kreis Soest).
Informierten über das Thema „Wenn aus Beschäftigten pflegend Beschäftigte werden“ (v.l.): Irmgard Soldat, Georg Oberkötter, Professor Dr. Volker Verch, Gudrun Hengst, Ursula Rode-Schäffer, Uwe Brinker, Claudia Sterthoff und Andrea Lameck (Foto: Wilhelm Müschenborn/Kreis Soest).

Georg Oberkötter vom NRW-Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter stellte heraus, dass Projekte wie diese nur ein Anfang sein dürften. Das Ziel müssten landesweite regalhafte Unterstützungsstrukturen für pflegende Angehörige sein. Die Pflege sei ein Massenphänomen, das viel zu oft hinter verschlossenen Türen stattfinde. Die pflegenden Angehörigen befänden sich tagaus, tagein teilweise über Jahre in einem „Hamsterrad ohne Fenster“ und seien Einzelkämpfer gegen die Windmühlen der Bürokratie. „Wer begleitet pflegende Angehörige? Auch eine psychosoziale Beratung ist dringend vonnöten“, betonte der Ministeriumsvertreter.

Welche Hilfestellungen im Kreis Soest vorhanden sind, darauf machte Uwe Brinker vom Kreis Soest aufmerksam. Er stellte die trägerunabhängigen Beratungsstellen der Städte Geseke, Lippstadt, Soest, Warstein und Werl vor. Sie seien neutral und unabhängig von Anbietern und Kassen, böten Informationen aus erster Hand. Zusätzlich biete das zweiköpfige Pflegeberatungsteam des Kreises Soest eine Beratung und Begleitung auch zu Hause an. Einen guten Überblick über die heimischen Pflegeeinrichtungen biete der Pflegeatlas des Kreises Soest im Netz unter www.kreis-soest.de/pflegeatlas.

Vizelandrätin Irmgard Soldat erinnerte daran, dass die Reihe „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ bereits 2009 in Leben gerufen worden sei. Damit zeige bereits zum sechsten Mal eine gemeinsame Veranstaltung der Regionalagentur Hellweg-Hochsauerland, des Kompetenzzentrums Frau und Beruf Hellweg-Hochsauerland sowie der Lokalen Bündnisse für Familie des Kreises Soest und der Stadt Lippstadt Wege auf, wie Hürden überwunden werden können, stelle gute Beispiele aus der Praxis vor und liefere neue Denkanstöße.

Die Veranstaltung wurde vom NRW-Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales, vom Europäischen Sozialfonds (ESF), vom NRW-Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter sowie vom EFRE-Fonds gefördert.

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